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Neuling

unregistriert

1

Montag, 13. Dezember 2004, 12:12

Da mir, wohl wie einigen anderen hier auch, nicht immer die Grenzen des Legalen im Bereich des Copyright klar sind, fände ich es genial, wenn mal ein Fachmann hier ein paar Dinge in verständlichen Worten niederschreiben würde. Dann hätte man wenigstens mal ein paar Eckdaten und könnte mal schnell nachschauen oder im Zweifelsfall fragen ohne gleich ganze Gesetzesbücher gelesen haben zu müssen. Und wen\'s nicht interessiert, der braucht\'s ja nicht zu lesen.
Was haltet Ihr davon?? Und dann Fachleute an die Front!

2

Montag, 13. Dezember 2004, 12:56

Servus, Meinhard.

\"Copyright\", zu deutsch: Immaterialgüterrecht, ist eines der schwierigsten Themen überhaupt. Das Gesetzbuch ist eigentlich sehr dünn und baut im Wesentlichen auf das ABGB auf. Die Problematik liegt an der eher schütteren Judikatur, sprich: Nicht alles, was man rein interpretieren kann, wurde auch schon vor Gericht entschieden. Der Teil, der für \"Benutzer\" relevant ist, ist sehr dünn: Es gibt keinen. Das Urheberrecht regelt, was als \"Werk\" gilt (im Wesentlichen alles, was jemand kreativ und eigenständig im Kopf erzeugt) und wie es zu schützen ist, also die Nutzungsrechte.

Am Markt findet die Vermischung kontinentaleuropäischer/deutscher Rechtsvorschriften mit den anglo-amerikanischen Ideen statt, was nicht weniger Konfusion erzeugt. Für den Endverbraucher gilt, dass er sich um das UrhGesetz nicht zu kümmern braucht, solange er die von ihm genutzten Werke nur für sich verwendet, also nicht kopiert oder anderweitig vervielfältigt.

Das amerikanische Verbot der Veräusserung des Nutzungsrechts an einem Werk gilt m.W. in Kontinentaleuropa nicht. Also darf man Original CDs, Software, etc., \"wie gekauft\" auch wieder verkaufen (obwohl auf fast jedem Medium der Verweis \"resale restricted\" zu finden ist - eben für Länder, in denen anglo-amerikanische Rechtsnormen gelten.

Dann gilt neben dem UrhG immer das Strafgesetzbuch: Wer gegen das UrhG verstößt, kann (und wird) vom Staatsanwalt (und nicht nur vom Rechtsanwalt des Geschädigten) verfolgt. Folge einer Verurteilung ist die Vorstrafe...
Um es noch einfacher zu machen, gilt für Konsumenten das Konsumentenschutzgesetz (in A zumindest) und, wenn man \"das Werk\" online oder über Katalog bestellt, das Fernabsatzgesetz (EU-weit).

Für den Konsumenten / Letztverbraucher ist also das Urheberrecht praktisch bedeutungslos. Macht sich der Konsument jedoch (unabsichtlich genügt) zum \"Verteiler\", so hat er die Rechtsnormen zu beachten, da im Besonderen die Nutzungsrechte. Grundsätzlich gilt: Wenn ich nicht explizit die Rechte an jedwedem Werk halte (Audio, Video, Websiten, Texte, ...), so habe ich eben kein Recht, das Werk zu vervielfältigen. Mache ich es doch, kommt eine Lawine von Forderungen auf mich zu - nach UrhG gibt es keine Limits, was die Klagshöhe anbetrifft.

Also anders als im ABGB, wo Schäden recht gut geregelt sind, kann ein geschädigter Urheber praktisch verlangen, soviel er will. Vielleicht mäßigt das Gericht den Anspruch, aber da es zuerst ein Strafverfahren ist, hat der Zivilbeteiligte schon gewonnen, wenn sich der Staatsanwalt durchgesetzt hat. In der Praxis wird das \"übliche Honorar\" zuzüglich 100% Strafzuschlag plus Kosten verlangt.

Zum Beispiel: Ein Bild aus dem Web auf die eigene Homepage gestellt: Bilder für\'s Web kosten vom Fotograf etwa 200 Euro, plus 100% -> 400 Euro plus die Kosten für die Klage, Anwalt, etc. Meist kommt zuerst eine Anfrage oder Abmahnung, wo \"nur\" die 400 plus Portokosten verlangt werden (gehen wir mal von 700 aus). Reagiert man nicht durch Zahlung in der gesetzten Frist (die beliebig kurz sein kann!), geht der Tanz in vollem Umfang los...
Ein paar Titel dazu finden sich in

http://www.abmahnwelle.de

So, und wenn es spezifische Fragen gibt, heraus damit, ich habe mit dem UrhG einige Semester verbracht, und die kannn ich nicht alle in eine E-Mail stopfen :)

Neuling

unregistriert

3

Montag, 13. Dezember 2004, 13:02

Danke Norbert, da ist doch schon mal eine Aussage. Und wir wissen jetzt, wen wir im Zweifelsfall fragen können;-)

Wohnort: Bremen

Fahrzeug: Niesmann-Bischoff Flair 59

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4

Dienstag, 6. November 2007, 10:39

Mal eben schnell hochgeholt und einige Anmerkungen von mir zur Interpretation der Urheberrechte hier im Forum.

direkte Bild-Links
dürften kein Problem sein, da das Bild bereits veröffentlicht ist und mit dem direkten Link kaum das Urheberrecht verletzt werden kann, da ja die Quelle genutzt wird. Das runterziehen auf eigenen Webspace, um es hier veröffentlichen zu können, halte ich für problematisch!

Ausleihen von Büchern, CD's etc.
ist in D gar kein Problem. Wenn ich mir eine CD (Musik) geliehen habe, darf ich sogar Stücke davon kopieren, ganz legal auf Kompaktkassette, für die ich nämlich beim Kauf eine Gema-Gebühr entrichtet habe. Und mit einer legalen Kopie darf ich wiederum alles machen, was ich will, auch auf CD brennen, nicht aber weitergeben!!
Das gleiche gilt für geliehene Bücher, aus denen ich mir Kopien machen darf - ob das ganze Buch ist fraglich. Abschreiben kann auch niemand verbieten, wäre mir aber zu mühsam.

So, freue mich alle langjährigen Forumsteilnehmer mit Erneuerung der Diskussion zu ärgern ;-) !
(Betreibe übrigens selbst ein Forum und muss mich um diese Dinge kümmern.)


Gruss aus Bremen
Me
Signatur von »spezii« Drei Bier gelten als Mahlzeit, da hat man aber noch keinen Schluck getrunken!

5

Dienstag, 6. November 2007, 14:05

Moin Manfred,

nur zur Information ! du Antwortest auf Beiträge die annähernd drei Jahre alt sind. Die Schreiber sind hier im Forum nicht mehr angemeldet, erkennt man links am "Profil" können also eigentlich nix dazu sagen.

Ich persönlich finde deine Interpretation zum Urheberrecht, ich sage einmal vorsichtig "interessant" :-) Müssen wir nur einige Richter finden die sich den Anmerkungen anschließen. :-) Etwas Wahres gibt es in Teilen deiner Interpretation, jedoch haust du da IMHO etwas durcheinander und pauschalierst sehr stark.

Tipp so unter "Forumsbetreibern" lese wenn du zu dem Thema Urheberrecht/Internetrecht Urteile oder etwas Anderes liest, nicht nur das was du gerne sehen möchtest, lieber liest sondern auch das was nicht so angenehm ist. ;-)


Gruß Fido

Wohnort: Bremen

Fahrzeug: Niesmann-Bischoff Flair 59

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6

Dienstag, 6. November 2007, 14:36

Ich wollte den "Aufbaurichtlinien Düdo"-Thread nicht ins "OFF-TOPIC" schicken und hab deshalb einen alten Copyright-Thread ganz bewusst aus dem jenseits geholt.
Radiosendungen mitschneiden ist auch nicht verboten, deshalb quatschen die Moderatoren ja immer dazwischen. Bloss es muss natürlich für den privaten Gebrauch geschehen und die Kopie darf ich nicht weitergeben, sie darf den Besitzer nicht wechseln!! Also das selbst-bespielte Musikkassetten verschenken und verleihen, was wohl früher jeder gemacht hat, ist verboten und war schon immer verboten!
Was das digitale Kopieren einzelner Musikstücke von einer geliehenen CD betrifft, da bin ich mir nicht sicher, ob das gestattet ist, da ja auf die Rohlinge keine Gema-Gebühren erhoben werden, ausser die spezial-Musik-Rohlinge, die es mal gab, da dürfte dann wieder das auf_Kassette_mitschneiden_Prinzip gelten.

Übrigens würde ich zu gerne einmal in einen CD-Laden gehen, eine alte LP vorzeigen und den Preis der entsprechenden CD nachfragen, OHNE die Kosten des Nutzungsrechtes, denn das hab ich ja schon damals mit der LP erworben. :-O
Signatur von »spezii« Drei Bier gelten als Mahlzeit, da hat man aber noch keinen Schluck getrunken!