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Wohnort: Wentorf bei Hamburg

Beruf: Raumausstattermeister

Fahrzeug: Kastenwagen

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21

Freitag, 8. Januar 2010, 11:16

Nicht jeder kann sich 2 Fahrzeuge leisten !

Q
Signatur von »Quietschi« wenn ich könnte wie ich wollte,
wäre ich schon längst da, wo ich hin will

22

Freitag, 8. Januar 2010, 11:21

Tach zusammen,

ich bin echt unsicher, ob man hier von Enteignung sprechen kann oder muss. Müsste ich mich festlegen, dann würde ich eher behaupten, es sei keine Enteignung.

Es entsteht eine Entwertung ( zwischen 1.000 und 2.000 Euro ) von Fahrzeugen mit roter, gelber oder ganz ohne Plakette, das ist wohl richtig.
Davon sollen laut CAR ( Center Automotive Research ) der Uni Duisburg-Essen knapp 7 Mio. Fahrzeuge betroffen sein.
Bei gut 50 Mio. in Deutschland insgesamt zugelassenen Fahrzeugen sind das 14 %.
Deutlich zu wenig, um dadurch eine Lobby oder gar eine Mehrheit gegen die Umweltzonen auf die Beine zu stellen.

Hinzu kommt, dass in Deutschland fast ein Drittel aller Fahrzeuge noch ganz ohne Plakette gefahren werden. Das heißt nicht, dass die alle keine Plakette bekämen, sondern bedeutet, dass diese Autos fast ausschließlich abseits von Umweltzonen bewegt werden.

Fragt man also nach der Menge der Betroffenen ( damit meine ich diejenigen, die mit rot, gelb oder ohne Plakette in Umweltzonen hinein fahren müssten ), dann sind wir wahrscheinlich weit unterhalb der oben genannten 14 %.

Gert, wie Du schon richtig sagst:

Zitat

...eine schwierige Nummer, denn um etwas zu bewegen benötigt man doch eine breite Masse Bürger.

Die breite Masse an Bürgern erreichst Du also nie und nimmer über die Frage der persönlichen Betroffenheit. Das ginge nur, wenn man über die tatsächliche Verringerung von Schadstoffen in der Luft spräche und das Ergebnis infrage stellte.

Wenn ich zur Frage der Solidarität komme, beschreibe ich zunächst mal meine private Situation:
Privat hatte ich letztmals in 2001 ein eigenes Fahrzeug. Seitdem nutze ich ein vom Arbeitgeber zur Verfügung gestelltes Auto, dass selbstverständlich eine grüne Plakette trägt. Persönliche Betroffenheit in meinem Fall bis dahin = Null.

Nun haben wir seit Mai ´09 einen Diesel Düdo und werden erstmals damit konfrontiert, nicht überall damit hinfahren zu können. Mit dem sind wir seit Erwerb 14.000 km gefahren, ohne auch nur einmal in Umweltzonen einfahren zu wollen. Für uns ist das ein reines Urlaubs- und Freizeitfahrzeug, die persönliche Betroffenheit steigt also nicht wirklich.

Wir haben hier an anderer Stelle über das peinliche "Ergebnis" der Weltklimakonferenz vor ein paar Wochen geschimpft.
Wenn Umweltzonen tatsächlich dabei helfen, die Umwelt zu schonen, dann bin ich dafür. Zudem müsste es Lösungsangebote geben für schwierige Einzelfälle, deren Erwerbstätigigkeit gefährdet wird.

Schöne Grüße,

Morten

  • »southwind« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Hamburg

Fahrzeug: VW T4

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23

Freitag, 8. Januar 2010, 11:30

Zitat

Original von AndiP

Zitat

Original von southwind
@Nordtruck, dann hast Du ja auch sicher eine Lösung wie ich an das Geld für
ein Euro 5 Fahrzeug komme ;-)


Gerd, ein Benziner mit Euro 2 (oder sogar Euro1?) reicht für ne grüne Plakette. Genau deshalb habe ich meinen Volvo als Benziner gekauft, und nicht als Düsel.


Andi


Moin,

das ist schon klar, nur ist mein T3 nicht nur Hobby, sondern
in erster Linie Arbeitsgerät.
Es gibt Situationen da ist es mit dem Bulli schon sehr knapp.
Dennoch kann ich mir in der derzeitigen Wirtschaftslage kein
anderes Fahrzeug kaufen.
Aber weiter will ich hier natürlich nicht die "Hosen runterlassen"
Natürlich kann ich mit einem Benziner fahren, aber warum soll ich
meinen Bus verkaufen, er läuft prima, braucht 7,5 bis 8l Diesel,
geringe Steuern (LKW) Preiswerte Versicherung.
Hätte ich 3000 € über für ein Benziner. habe ich wieder ein
altes Auto, höheren Spritverbrauch, bei dem hinten ja auch nicht
gereinigte Waldluft rauskommt.
Aber selbst wenn, ich habe die Kohle nicht über, für solch eine
überflüssige Aktion.
So wie mir geht es Einigen, ich kenn persönlich ca. 15 Leute.

Gert
Signatur von »southwind« Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und DAS nennen sie ihren Standpunkt.



Meine mobile Vergangenheit An was man so alles schraubt.

Sparkassenmobilist

unregistriert

24

Freitag, 8. Januar 2010, 11:30

@ morten..

sehr schön ausgeführt und anschaulich erklärt

nun sollte auch jeden klar warum die Umweltzonen nicht bundesweit sind ;-)

denn dann wären die 14% sicher zu einer starken lobby beworden. So nun, werden erst mal einige an die Umweltzonen "gewöhnt" und nach und nach der Rest.. Steter Tropfen höhlt eben doch den Stein.... 8-(

Peter

Wohnort: Berlin - Wedding

Beruf: Schraubär

Fahrzeug: Hymercamp 55, auf Peugeot J5 Sauger

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25

Freitag, 8. Januar 2010, 12:44

...was mich ein wenig erstaunt und auch ärgert, ist das hier nach fast zwei Jahren immernoch Leute nicht wissen, dass die Umweltzonen NICHTS bringen außer der Autoindustrie den Steigbügel zu halten. Hier hat die Autolobby europaweit Ihren größten Coup des Jahrzehnts gelandet.

Es ist in verschiedenen Studien erwiesen, dass die Feinstaubbelastung in erheblichen Umfang wetterbedingt steigt und fällt. Darüber hinaus gehen Feinstäube eher von modernen Dieselmotoren/Fahrzeugen, denn von alten aus. Das hängt mit den moderen Filtersystemen zusammen, die eher feine Stäube durchlassen, statt sie an grobe ( die gesundheitlich unbedenklich sind ) gebunden zu lassen.

Abschließend bleibt zu bemerken, dass weder der Flugverkehr- bzw. Schiffverkehr in diese Überlegungen eingeflossen ist. Von Belastungen durch Fabrikschlote, Kraftwerke und Hausbrand ist auch noch nicht wirklich gesprochen worden.

Also lassen wir das Thema doch, wo es hingehört....In der Witzecke.
;-)
Signatur von »Bobby« Gruß Helmut
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- Busfreakswerkstatt Bärlin -

- Wir gehen mit dieser Welt um,
- als hätten wir eine zweite im Kofferraum
- Jane Fonda

26

Freitag, 8. Januar 2010, 12:51

Hallo Peter,

es mag so kommen, dass Umweltzonen ausgeweitet werden und vielleicht gelten die Vorgaben dann irgendwann bundesweit.

Wenn es dann soweit wäre, dann würden wir aber nicht mehr über 14 % betroffene Fahrzeuge sprechen sondern wohl über weitaus weniger. Auch denn sollte man aber Lösungen für problematische Einzelfälle in der Tasche haben.

Wie Gert haben auch viele andere Leute nicht die finanziellen Mittel, um ein anderes Fahrzeug anzuschaffen. Geht mir genauso. Hätte ich kein Firmenfahrzeug wäre ich wohl ohne eigenen PKW.
Ich finde es trotzdem sehr erstaunlich, wie viele Autofahrer aufgrund der Abwrackprämie plötzlich sehr viel Geld ( zusätzlich zur Prämie von 2.500 Euro ) in die Hand nehmen und investieren konnten.

Wohl so mancher dieser 14 % = 7 Mio. Autobesitzer verfügt durchaus über die finanziellen Mittel, ein neues Fahrzug zu kaufen.

Man sollte schon unterscheiden, ob 1. jemand durch die neuen Regelungen von Existenzgefährdung bedroht ist.
Oder ob 2. jemand - wie die WELT-ONLINE Redakteurin Frau Ehrenstein, Verfasserin des von Gert verlinkten Artikels, http://debatte.welt.de/mitglieder/128/Claudia%2BEhrenstein - aus ihrer vergleichweise geringfügigen Beeinträchting gleich den Verdacht der Enteignung entwickelt und in den Raum stellt. Von zu geringen Einkünften beim Axel Springer Verlag ist jedenfalls nicht die Rede.

In folgendem stimme ich ihr aber gerne zu: Es sollte mit vertretbarem finanziellen Aufwand möglich sein, gute und erhaltenswerte Fahrzeuge technisch nachzurüsten.
Wäre das bei unserem Düdo machbar und für mich bezahlbar, dann würde ich es machen. Auch wenn ich dann weiterhin damit nicht in Umweltzonen unterwegs wäre, aber der Dreck, den er macht, ist überall der gleiche. Auch außerhalb von Umweltzonen.

Morten

27

Freitag, 8. Januar 2010, 12:59

Habe auch nicht das Geld für ein "Neufahrzeug".
Das Wort Enteignung ist, meine ich die falsche Wortwahl.
Persönliche Einschränkung in der Freiheit oder negativ treffendes Regulativ.

Enteignung ist eher, dass etwas "weggenommen" wird.
Es kommt aber bei vielen mit der Wirkung eines Bankrotts an oder mit der Einbuße von Einnahmequellen, zu denen man nicht mehr fahren kann.
Signatur von »Schneckchen« Uli
Eriba-Original mit "H" - Einzigartig, da bauartlich keine Dublette bekannt!
"Suche Bilder/Unterlagen vom RM550." #winke3

Wohnort: Hagenow

Fahrzeug: MB 508 Ex-Polizeibus

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28

Freitag, 8. Januar 2010, 13:16

Staatlich angeordnete Wertminderung ist eine Form von Enteignung. Ein Teil deines investierten Kapitals ist weg.
Natürlich ist es keine "direkte" Enteignung, aber das Ergebnis ist dasselbe.

29

Freitag, 8. Januar 2010, 13:26

Das sehe ich etwas anders:
Du kannst Dein Auto witer nutzen, jedoch eingeschränkt.
Wenn ich das Fahrzeug weiter nutze, statt es zu verkaufen, habe ich auch keinen realen Wertverlust nur Einschränkungen und die auch nur, wenn ich dahin muss und nicht auf das Auto verzichten kann.
Signatur von »Schneckchen« Uli
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30

Freitag, 8. Januar 2010, 13:30

Hallo Bobby,

das Thema gehört ganz gewiss nicht in die Witzecke.

Zitat

Es ist in verschiedenen Studien erwiesen, dass...
ja ja, und ebensoviele Studien werden das Gegenteil behaupten. Mit Sicherheit. Ich bezweifele. dass auch nur eine einzige dieser Studien exakt sagen kann, woher jeder einzelne in der Luft gemessene Staubpartikel tatsächlich kommt.

Zitat

...was mich ein wenig erstaunt und auch ärgert, ist das hier nach fast zwei Jahren immernoch Leute nicht wissen, dass die Umweltzonen NICHTS bringen außer der Autoindustrie den Steigbügel zu halten. Hier hat die Autolobby europaweit Ihren größten Coup des Jahrzehnts gelandet.

Diese ach-so-schlimme Autoindustrie schafft und sichert hierzulande Millionen von Arbeitsplätzen und sichert somit Existenzen. Ob man will oder nicht.

Mich ärgert es, dass andauernd zu allen möglichen Themen in den Raum gestellt wird, nur die dort oben würden profitieren und der kleine Mann zahle die Zeche.

Wenn ich mich recht erinnere machst Du eine Umschulung zum Zweiradmechaniker Fahrrad. Ich bin auch in dieser Branche tätig und diese profitiert derzeit sehr stark davon, dass viele Leute sich Gedanken machen, wie sie ihren Individualverkehr umgestalten können. Wir profitieren somit ebenso sehr deutlich von einem Umdenken.

Dieses Umdenken wäre so nicht vorhanden, wenn man nicht über das spräche, was Millionen von Autos hierzulande täglich in die Luft blasen.

Morten

31

Freitag, 8. Januar 2010, 14:46

Gibt es eigendlich sonst noch irgendwo in Europa solche Zonen? Ich glaube nicht.
Wenn nicht, frage ich mich, warum immer wir??

Revolution? Und Wulf wird König?

Horst, der sich ärgert.

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Beruf: Schraubär

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32

Freitag, 8. Januar 2010, 15:07

....

Zitat

Dieses Umdenken wäre so nicht vorhanden, wenn man nicht über das spräche, was Millionen von Autos hierzulande täglich in die Luft blasen.


Für sich genommen, im Ansatz korrrekt. Der Anteil der Feinstäube die durch dn Fahrzeugverkehr emmittiert werden, hat gerade einen Anteil von unter 10% an den Gesamtemmissionen. Das wird in den "Annalysen" komplett weggeschwiegen.

Was mir fehlt, ist die Aufrichtigkeit. Die in der Quintessenz dazu führen würde, dass wir insgesamt Luftschadstoffe reduzieren und nicht einer infolge Fehlorientierung kranken Industrie das Ableben/Umdenken verlängern/finanzieren.

Das diese Insustrie hier viele Arbeitsplätze unterhält und Diese gefährdet sind liegt auch daran, dass weder Regierung noch selbige Industrie die Zeichen der Zeit erkannt hat, oder erkennt. Statt diese Pleite gehen zu lassen,(der Markt reguliert sich selbst) werden Sie durch Abwrackpremie und Unweltzonen und zur Not durch Steuergelder künstlich am Leben erhalten. Ein Musterbeispiel erfolgreicher Lobbyarbeit.

Das Fahrräder als effizentestes Verkehrsmittel an Bedeutung gewinnen, ist ein netter Nebeneffekt. Aber was das mit meiner Umschulung zu tun hat, erschließt sich mir gerade nicht. ;-)
Signatur von »Bobby« Gruß Helmut
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- als hätten wir eine zweite im Kofferraum
- Jane Fonda

33

Sonntag, 10. Januar 2010, 00:00

Was denn sonst, als eine Enteignung stellt die Dummweltzonen-Politik dar? Sie ist erwiesenermaßen wirkungslos, da die wirklichen Ursachen nur zu einem verschwindend geringen Anteil überhaut auf Autos und insbesondere auf deren Motoren, zurückgehen.

Es ist sicher vernünftig, von der Autoindustrie zu fordern, ab sofort nur noch sparsame und schadstoffarme Autos zu produzieren. Das rechtfertigt aber noch lange nicht, die schon zugelassen Autos im Nachhinein zu angeblichen Stinkern zu erklären und die dann in die Presse zu hauen, nur damit die verfehlte Voraussicht der Autoindustrie abgefedert wird. Niemand sollte zu so einem wirtschaftlichen Unsinn gezwungen werden, per Gesetz ein gut funktionierendes Wirtschaftsgut zum Alteisen degradieren zu müssen.

Wenn jemand glaubt, es betrifft ihn nicht, weil er ja nicht in Umweltzonen fährt, irrt gewaltig, er kann sie dauerhaft gar nicht meiden. Eine Frage der Zeit, bei der Regelungswut unserer Volksverschei...rer, und die Zone ist ist bald vor jeder Haustüre. Schließlich müssen die alten Techniken mit einem neuen, wirkungslosen Umweltlebel versehn, an den Mann gebracht werden. Nennt sich dann Euro X, noch Fragen?

Wirkungsnachweis? Hier hilft der pure Glaube!
- Editiert von asveny am 10.01.2010, 00:08 -

Wohnort: Berlin - Wedding

Beruf: Schraubär

Fahrzeug: Hymercamp 55, auf Peugeot J5 Sauger

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34

Sonntag, 10. Januar 2010, 10:43

....

Zitat

asveny schrieb: Es ist sicher vernünftig, von der Autoindustrie zu fordern, ab sofort nur noch sparsame und schadstoffarme Autos zu produzieren


Das Problem dabei ist, dass die jetzt zugelassenen (Diesel-)Fahrzeuge mit Partikelfilter genau die Fahrzeuge sind, die lungengängigen Feinstaub emittieren.

Also wird mit jedem Fahrzeug mit grüner Plakette die EU Verordnung konterkariert. - Wenns nicht so traurig wäre, müßte man darüber lachen. &koppannewand &irre2
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35

Sonntag, 10. Januar 2010, 12:32

Moin Bobby,

traurig aber wahr, nur die Herrschaften in Brüssel und Berlin
haben den Kontakt zur Basis verloren.

Gruß Gert
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Meine mobile Vergangenheit An was man so alles schraubt.

36

Sonntag, 10. Januar 2010, 14:21

Guten Tag zusammen,

Asveny, Du sprichst von verfehlter Voraussicht der Autoindustrie. Das kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Man kann von der Autoindustrie fordern, sparsamere und schadstoffärmere Fahrzeuge zu produzieren. Nur was nützt es, wenn dann ein guter Teil der Endverbraucher und Käufer nichts weiter möchte als noch mehr und nochmals mehr Leistung.
Ich bin viel auf den Straßen unterwegs und mein subjektiver Eindruck ist der, dass die Fahrzeuge um mich herum immer größer und immer leistungsstärker geworden sind. Verbrauchen die heutzutage im Durchschnitt weniger Kraftstoff als zu Beginn der Diskussion um Kraftstoffersparnis?
Der Erfolg von SUV´s wäre ohne den Drang nach größer und stärker wohl nicht möglich gewesen. Zu Glück ist das bei diesen Fahrzeugen jetzt rückläufig.

Es ist aus meiner Sicht der Endverbraucher, der ein "Weniger" nicht akzeptiert und somit nicht kauft. Das erlebe ich soeben persönlich.
In Kürze wird mein Firmenfahrzeug ausgetauscht und nun stünde eine größere Maschine mit mehr Leistung zur Verfügung, die ich jedoch nicht wollte. Ich wurde gebeten, doch die neue Maschine mit 30 PS mehr zu nehmen, da das den späteren Weiterverkauf des Fahrzeugs begünstigen würde.
Ich verzichte dennoch auf die zusätzlichen PS.

Noch etwas zu verfehlter Voraussicht grundsätzlich: niemand kann wissen, wie ein Produkt unter Berücksichtung neuer Erkenntnisse und veränderter Techniken nach 20jährigem Gebrauch im Markt bewertet wird. So alt ist das Fahrzeug von Frau Ehrenstein nämlich.

Im Zusammenhang der Diskussionen um Umweltzonen und auch des Klimaschutzes ärgert mich eines ganz maßlos:
Es wird nahezu ausschließlich über die Betroffenheit der menschlichen Spezies gesprochen. Beispiele dafür anhand des Themas Umweltzonen:
- Einer EU-Studie zufolge sterben jährlich 65.000 Menschen in der Europäischen Union vorzeitig durch Feinstaub
- Die Studien geben im Schnitt für Deutschland eine Verkürzung der Lebenszeit um rund zehn Monate an
- Umweltzonen seien sinnvoll, weil die Senkung des Jahresmittelwertes der PM2.5-Belastung um 10 µg/m³ die statistische Lebenserwartung um sieben Monate erhöhe

Die Ideen und wenigen getroffenen Maßnahmen dienen fast ausschließlich dazu, den Lebensraum für den Menschen zu erhalten.
Aus meiner Sicht ist das der Beweis für die größte und maßloseste Selbstüberschätzung eines Lebewesens, die dieser Planet jemals erlebt hat.

Zitat

...nur die Herrschaften in Brüssel und Berlin haben den Kontakt zur Basis verloren.

Tut mir leid Gert, im allgemeinen distanzierst Du Dich doch von Pauschalisierungen.

Schöne Grüße,

Morten
- Editiert von Morten am 10.01.2010, 14:40 -

Wohnort: LYON

Fahrzeug: T3... und RMB :-)

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37

Sonntag, 10. Januar 2010, 16:56

Es handelt sich definitiv um eine Enteignung, da die Gebrauchsmöglichkeit weg genommen wird.

Geballter Aktivismus ohne jede positive Änderung. Das Problem (nicht nur in Deutschland) ist, dass immer mehr "Leute" in die Politik gehen, weil sie entweder sonst nichts werden konnten oder weil sie am Theater nicht aufgenommen wurden.
Zusammen mit dem Bevölkerungsanteil der Berufsblöden ergibt das immer wieder die gleiche gefährliche Mischung, in der ein Dummer die Blinden führt.

In diesem speziellen Fall wird versucht, über jahrzehnte langes Versagen (keine Vision von nix, aber davon viel!) mit "Gesetzen" hinwegzuspielen... Motto "divide et impera"... und das dumme Volk wird sich schon gegenseitig die Köpfe einschlagen wegen Schuldgefühlen und -verteilungen. Und die Sessel der "Politiker" bleiben schön warm, brauchen ja schliesslich ihren Hintern nicht anzuheben... :=(


PS: man munkelt, der Feinstaub macht genau vor der senkrecht in die Höhe gehenden Barriere der Umweltzone halt. Genau wie bei der Tschernobyl-Wolke, halt ;-)

PS2: Asveny, &klasse1
Signatur von »AKA« L'essentiel est invisible pour les yeux.

  • »southwind« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Hamburg

Fahrzeug: VW T4

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38

Sonntag, 10. Januar 2010, 18:58

Moin

@ Morten, ja stimmt, nur mein subjektiver Eindruck von der Regierungs Liga
ist der eines arroganten sich selbstverliebten Haufen "Volksvertreter.
Ich habe nicht alle Brüssler und Berliner gemeint ;-)
Hier geht es um rein um die Regierungs Clique.
Da gibt es sicher Ausnahmen, keine Frage aber nur wenn sie "neu" sind.
Aber da bei uns das Motto gilt: Im Zweifel für den Angeklagten ! Ziehe ich
meine Pauschalmeinung zurück 8-) Und behaupte das wir nicht von unseren
"Volksvertretern" regiert werden sondern mehr oder weniger von den Lobbyisten.

Gruß Gert
Signatur von »southwind« Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und DAS nennen sie ihren Standpunkt.



Meine mobile Vergangenheit An was man so alles schraubt.

Wohnort: Karlsruhe

Fahrzeug: 608 Supermarkt ;)

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39

Sonntag, 10. Januar 2010, 20:47

Hallo zusammen,
ich habe mir lange auf die Zunge gebissen um nichts in diesem Thread zu schreiben, die Wunde schmerzt noch zu sehr..

Die folgenden Ausführungen stellen meine subjektive Meinung dar, ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit:

Bei den Feinstaubzonen geht es ums Geschäft, NICHT UM DIE UMWELT!!,die Autoindustrie hat unserer tollen Regierung die
Daumenschrauben angelegt damit sie handelt!

Ich muss etwas ausholen um das zu verdeutlichen:

Ich bin Musiker, zusätzlich betreibe ich ein Tonstudio, zu diesem Arbeitsfeld gehören auch Konzert-Mitschnitte.

Das bedeutete, ich benötigte ein Fahrzeug was sowohl 6 Personen transportieren kann als auch genügend Stauraum für
das Equipment hat welches ich als Musiker nun mal benötige. Hurra, wir haben einen Tournee-Bus ..

Weiter war der Plan dieses Fahrzeug eben als Mobiles Tonstudio zu nutzen, ist doch klasse wenn man mit wenig Aufwand
die \"Tourneeausstattung\" entfernen kann und statt dessen Technisches Gerät für Aufnahmezwecke installieren kann.

Zu dieser Zeit hat noch NIEMAND von Feinstaubzonen gesprochen.

Da ich dieses Fahrzeug beruflich verwende wollte war von Anfang an klar dass ich alle eventuellen Verschleißteile
erneuern musste um eine möglichst hohe Betriebssicherheit zu erreichen.
Soweit so gut, die Idee war super, also wurde 2004 ein LP813 mit Bankaufbau angeschafft.

In den folgenden 3 Jahren wurde angefangen von der kompletten Bremsanlage über Anlasser, LiMa, Kühler bis zu was weiss ich noch alles
durch Neuteile ersetzt, nicht aus Notwendigkeit, sondern weil ich ein möglichst zuverlässiges Fahrzeug brauchte,

MIR DIESES ABER \"SOFORT\" IN NEU ODER LEICHT GEBRAUCHT NICHT LEISTEN KONNTE!

Nachdem dies alles für teuer Geld erledigt war kamen diese Id**ten mit den Feinstaubzonen an..

\"Kein Problem\" dachte sich der Lucky, dann rüsten wir den Panzer eben mit Filtern auf, kann ja nicht so schwer sein.

So, jetzt kommt es DICKE:

Es ist problemlos möglich unsere Fahrzeuge (damit meine ich Düdo und LPs), egal welchen Baujahres auf einen Schadstoffausstoß
zu bringen welcher der Euro3-Norm gleichgestellt ist!! Die Firma Pirelli bietet solche Filter an.
Telefonisch wurde mir zugesagt, dass bis 2012 Filter verfügbar sind die das Fahrzeug mit einem Euro4-Fahrzeug gleichstellen!

Natürlich kostet das Geld, aber mein mein LP hat mich im Laufe der Jahre incl. Kaufpreis locker ca. 10 000 Euro gekostet, also
hätten mir die ca. 3000 Euro für den Filter zwar wehgetan, aber ich hätte es gezahlt!

Wie wir ja alle wissen wird diese \"Gleichstellung des Schadstoffausstosses\"\" in unserem tollen Deutschland aber nicht anerkannt,
das bedeutete dass genau dieses Fahrzeug für mich wertlos wurde, ich konnte meinen Beruf nicht mehr uneingeschränkt ausüben.

Jetzt zum lustigen Teil:

Wie wir alle wissen hat London ebenso eine Feinstaubzone eingeführt, und da ich auch in einer Band in London involviert bin
und entsprechend auch mit dem Tourneebus unterwegs war, hat es mich interessiert wie die Engländer das handhaben:

In England werden diese Filter-Nachrüstungen anerkannt!

Durch eine EU-Richtlinie können Fahrzeuge, welche noch nie eine Euro-Norm erfüllten auch NIEMALS eine bekommen.
Wir reden hier von einem bürokratischen Vorgang, von NICHTS anderem!

In London geht es darum die Luft zu verbessern, deshalb ist denen die formale tatsächliche Euro-Einstufung egal, solange
der Schadstoffausstoß die geltenden Grenzwerte nicht überschreitet, dies muss selbstverständlich nachgewiesen werden.

Zurück zu meiner Situation:

Ich habe diesen LP verkauft, mit nachgerechnet 6000 Euro Verlust.

Statt dessen habe ich einen alten 608 angeschafft, dieser darf durch H-Kennzeichen wenigstens in die deutschen Feinstaubzonen
fahren, ebenso nach London, aber er ist leider nicht zuverlässig genug um als mobiles Tonstudio zu dienen..

Schreiben tue ich diesen Bericht nur, weil ich gerade eben einen 6-Wochen-Auftrag ablehnen musste welchen ich vor 2 Jahren
problemlos mit meinem LP erledigt hätte und welcher mir für 2010 den A***h gerettet hätte finanziell!
Aber durch die Regelung mit den Feinstaubzonen wurde mir das Fahrzeug \"Entwertet\"!

Also, nochmal zum rekapitulieren, geht es um die Umwelt oder um das Geschäft???
Was nützt es mir wenn mir die Regierung einen zinsgünstigen Kredit anbietet um mir ein neues Fahrzeug zu kaufen?
Ich hatte eines, nur wurde mir leider die Nutzung untersagt, also hat man mich enteignet.

Für die Kritiker an meinem Bericht:
Ihr habt recht, es ist KOMPLETT idiotisch sein Geld heutzutage noch mit Musik verdienen zu wollen..
Wenn man sich das nicht mehr leisten kann muss man eben aufhören, und das werde ich in naher Zukunft tun!

Ich habe versucht meinen Wutausbruch im Zaum zu halten,

Grüße Lucky

Wohnort: Hagenow

Fahrzeug: MB 508 Ex-Polizeibus

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40

Sonntag, 10. Januar 2010, 20:52

Die gängige Pauschalmeinung über Politiker ist, dass sie dumm sind.
Glaubt ihr das wirklich? Ich nicht.
Ein Politiker ist ein professioneller Lügner. An die Macht kommen nur die Besten. Es handelt sich sozusagen um eine Evolution der Lügner. Damit sind die besten Lügner an der Macht, aber keinesfalls dumme.
Das bedeutet, sie tun auch nichts Dummes, sondern verfolgen einen Zweck.
Mal ein Beispiel: die Abwrackprämie.
Behauptung: es würde sich um eine "Umweltprämie handeln.
Wäre das tatsächlich der Plan gewesen, wäre es in der Tat sehr große Dummheit gewesen.
Vermutung der öffentlichen Medien (und mittlerweile allgemein akzeptierte Meinung): es würde sich um eine "Autoindustrie-Ankurbelungsprämie" handeln.
Auch dieser Plan wäre recht dumm gewesen, weil es von vornherein klar war, dass die ausländischen Autohersteller davon mehr profitieren würden (schließlich sind deutsche Autos nicht gerade die günstigsten).
Aber was hängt an jedem Autokauf mit dran? Ein Kredit. (Jedenfalls bei durchschnittlichen Arbeitnehmern)
Und was für eine Krise fand "zufällig" zum selben Zeitpunkt statt? Eine Bankenkrise.
Also war die Abwrackprämie eine "Banken-aus-der-Scheisse-zieh-Anreizprämie".
Genauso ist es mit den Umweltplaketten. Der eigentliche Sinn ist ein anderer.
Statistische Daten, wieviele Autos von jedem Typ herumfahren, gibt es und die Politiker haben diese Daten zur Verfügung. Sie wissen also, dass davon hauptsächlich Transporter und alte Diesel-PKW betroffen sind.
Die Frage ist also, was wird damit bezweckt? Es geht nicht um die Umwelt...