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1

Donnerstag, 2. Juni 2005, 21:04

Hallo Busfreaks,

der TÜV-Ingenieur sagte mir gerade, daß Sitzbänke
im Wohnmobil nach Bj. 92, die während der Fahrt
besetzt werden dürfen, typgeprüft sein müssen.
Ein Selbstbau sei damit praktisch unmöglich.
Die Typprüfung umfasse auch z.B. die Gurtführung
und sei fahrzeugspezifisch, also z.B. eine Bank für den
T4 in den Sprinter einbauen geht auch nicht, wenn
die originalen Befestigungspunkte benutzt werden sollen.

Ist das wirklich so oder nur die persönliche Meinung
des Ingenieurs?

Ich möchte eine Sitzbank selbstbauen, mit typgeprüften
Klappsitzbeschlägen, aber eben nicht die ganze Bank
typprüfen lassen, und ich möchte die originalen
Befestigungspunkte für Sitz und Gurte benutzen.
Die sind reichlich vorhanden, ich möchte deshalb keine
neuen Punkte einbauen müssen.

Die Richtlinien, die es an verschiedenen
Stellen zum Herunterladen gibt, helfen mir in
der Praxis auch nicht weiter.

In dem bekannten
http://www.farbendynamik.de/colori/tips.htm#624

finde ich:

Alle Sitzplätze, die während der Fahrt besetzt werden dürfen,
müssen den Vorschriften des § 35a StVZO entsprechen, (...).
Bei der Beurteilung der Sitzfestigkeit
ist die EGRL 74/408/EWG heranzuziehen.

In § 35a finde ich

(2) Personenkraftwagen, Kraftomnibusse und zur Güterbeförderung bestimmte
Kraftfahrzeuge (...) müssen entsprechend den im Anhang zu dieser Vorschrift
genannten Bestimmungen mit Sitzverankerungen, Sitzen (...) ausgerüstet sein.

Ist ein Wohnmobil ein Fahrzeug nach § 35a Absatz 2?
Eigentlich nicht, es ist ja eben ein Sonder-KFZ, und kein PKW.
Oder gilt es hier als PKW?

Im Anhang steht:

http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stvzo/anhang_182.html

§ 35a Abs. 2 Anhang, Abschnitt 6, der Richtlinie 74/408/EWG des
Rates vom 22. Juli 1974 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der
Mitgliedstaaten über die Innenausstattung der Kraftfahrzeuge
(Widerstandsfähigkeit der Sitze und ihrer Verankerung)
(ABl. EG Nr. L 221 S. 1), geändert durch die

a) Richtlinie 81/577/EWG des Rates vom 20. Juli 1981
(ABl. EG Nr. L 209 S. 34),

b) Richtlinie 96/37/EG der
Kommission vom 17. Juni 1996
(ABl. EG Nr. L 186 S. 28, Nr. L 214 S. 27, Nr. L 221 S. 71).

Der Prüfbericht für eine Prüfung nach 74/408/EWG ist schon
etwas länglich:

http://www.kba.de/Abt4_neu/pruefberichte/74_408.pdf

Die komplette EGRL 74/408/EWG konnte ich nicht finden, ist
aber auch eher belanglos, da ich eben keine Typprüfung
durchführen möchte.

Ehrlich gesagt, die Umbaurichtlinien erwecken mit Formulierungen
wie \"Abstützung quer zur Fahrtrichtung\" den Eindruck, daß
auch nach BJ. 92 noch was machbar ist. Scheitert es wirklich
an der Typprüfung der Bank?

Über Tips würde ich mich freuen!

Tschüß, Hajo

Uwe / 2

unregistriert

2

Freitag, 3. Juni 2005, 08:06

Mein TÜV-Prüfer (Schwalmstadt/Hessen) hat mir folgendes erklärt:

Seitlich zur Fahrtrichtung könne er mir die beiden vorderen Plätze auf den selbstgebauten Sitzbänken eintragen - vorausgesetzt ausreichende Polsterungen nach vorn seien vorhanden. Das ginge aber nur, wegen des alten Baujahres (1984)! Auf meine Frage, ob ich denn für diese Plätze auch Gurte montieren solle, sagte er mir übrigens: Bloß nicht - wenn, dann bräuchten die geprüfte Haltepunkte (Crashtest - die sind dann genau einmal in Funktion, und teuer wird\'s auch), und die sind in Meinem Fahrzeug werksseitig nicht vorhanden (war mal ein Klein-LKW).

Das fand ich den Hammer: Ohne Gurte Eintragung, mit Guten keine Chance! Ist doch Schwachsinn: Lieber ein Gurt mit ungeprüftem Haltepunkt als gar keiner - oder?
Er meinte, das sei die Gesetzgebung - danach müsse er sich richten.

Also: Ob man auf diese Aussage vertrauen kann, weiss ich nicht. Es wäre toll, wenn jemand eine verbindliche Antwort auf Deine Frage hätte - das würde mich auch brennend interessieren...

Survivor

unregistriert

3

Freitag, 3. Juni 2005, 11:39

In den Aufbaurichtlinien von Mercedes aus den 80er Jahren steht dass man bei Bänken die
längs zur Fahrtrichtung eingebaut sind Beckengurte befestigen soll.

Au Mann diese Gesetzgebung....

4

Freitag, 3. Juni 2005, 12:22

Hallo,

also ich hab in eine 93er MB Doka (310 er) in der 2. Reihe statt der Dreiersitzbank eine 2-er-Sitzbank vom Dukato eingebaut (ganz neues Baujahr) - diese hat 2 Dreipunktgurte und der Sicherheitsgurt vom basisfahrzeug, der auf der Fahrerseite hängt, schließt in die Peitsche, die am original. befestigungspunkt angebracht wurde (also praktisch MB Peitsche und Schnalle) und der gurt der Bank schließt auch in die Schnalle der Bank.......also optimal...aber auf das hat bei der Abnahme und Eintragung niemand geschaut, geschweige denn geprüft...hat gut ausgesehen und dann wars schon eingetragen...
die Bank steht auf neu an den Boden geschweißten Haltepunkten (in die alten hätte die nicht gepasst)...auch die hat niemand geprüft, sondern nur in Augenschein genommen

auf jeden Fall wurde alles in 2004 problemlos eingetragen vom TÜV..........

Ich glaub für KFZ ab/nach 1992 müssen Gurte oder Haltesysteme vorhanden sein (außer Sitzplätze gegen die Fahrtrichtung), ob man dafür Auto und Sitz typprüfen lassen müßte glaub ich kaum - siehe mein beispiel....außerdem ist das nicht finanzierbar....
Diese Typprüfung ist glaub ich erst für ganz neue Fahrzeuge......bin aber nicht sicher.......

Fahr einfach zu einem anderen TÜV..

damit verbunden ist halt auch, daß man in ganz alten Fahrzeugen zwar ohne Gurt problemlos reisen darf (Wohnraum), wenn man die Situation aber durch eine selbstgebastelte Gurtlösung verbessern will, wird das evtl. nicht eingetragen.....außer man fragt vielleicht erst gar nicht...


günter

5

Freitag, 3. Juni 2005, 12:25

Was kostet denn die Eintragung?

Dann bräuchte man ja nur ein dreier Sofa quer zur Fahrtrichtung einbauen. Nach vorne eine kleine gepolsterte Prallwand%-/ ziehen und fertig.

6

Freitag, 3. Juni 2005, 23:11

Hallo Günter,

die Sitzbank vom Ducato ist typgeprüft bzw. hat eine ABE, damit
bist Du aus dem Schneider. Ich wollte die Bank aber, wie in den
achtzigern noch üblich, als Staukiste bauen.

Tschüß, Hajo