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1

Freitag, 4. April 2014, 23:29

Tabellen Anzugsmomente

Hallo,

Um nicht für jede Schaube nach den passenden Anzugsmoment zu suchen, gibt es ja so tolle Tabellen in denen es steht. Zum Beispiel hier:

http://www.schrauben-lexikon.de/td3-werkstoffe-stahl.asp#341

Die Frage die ich dabei nicht beantworten kann ist: Welche Festigkeit hat den die gemeine Busschraube?

Ganz praktisch gesehen: Ich möchte bei meinem Sprinter (903) alle Scheiben und Klötze wechseln und finde nirgends die richtigen Anzugsmomente. Vielen Dank schonmal für die Hilfe.

Wohnort: Oldenburg

Fahrzeug: MB 307D (83), MB W124 300TD (91), VW Bus T4 (95)

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2

Freitag, 4. April 2014, 23:56

Moin.

Soweit ich weiß:
Baumarkt = 4.6 (gehen schon beim Bezahlen kaputt)
Industrie & Kfz = 8.8 oder 10.9

10.9 Schrauben sind aber grundsätzlich auch spröder als 8.8 und brechen deshalb leichter.
Eine 8.8 kann man auch mal verbiegen, eine 10.9 bricht nur.

Ich würde ohne genaue Werte aus dem WHB das Drehmoment für 8.8er Schrauben nehmen. Bei Schrauben an Lenkung und Bremsen würde ich aber lieber vorher bei MB anfragen.

Und einen Tipp aus der erwähnten Tabelle kann ich voll bestätigen: Habe mal Radschrauben mit Fluid Film AS-R als Rostschutz über den Winter gefettet, und beim Festschrauben mit dem korrekten Drehmoment gelängt und fast abgerissen!

Ma-Ke 8-)
Signatur von »Ma-Ke« ...unterwegs durch Raum und Zeit.

Wohnort: Ottrau

Beruf: Rentner auf unbestimte Zeit

Fahrzeug: Passat 35i 1,8

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3

Samstag, 5. April 2014, 00:54

nach den hersteller angaben kan mann nicht immer gehn das sind eben die max angaben an Nm.

frag MB wen du kein whb hast von dem fahrzeuch.

teilweise steht auf den schrauben nix drauf und es sind keine 4,6er weil die hersteller es nicht drauf pressen dürfen weil man eben nachfragen oder es inna werkstatt machen lassen sol.

also whb oder fragen.
Signatur von »Eicke«
Wer Rechtschreibfehler findet kan sie behalten den ich gehöre auch zu der Legersteniker fraktion !

Für Kontakt Mail: eicke@xn--mrtz-5qa.de oder Telefon: 0171-5183765 / 06639-870666

Wohnort: Buchholz / Aller

Fahrzeug: ich hatte mal einen 508 D

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4

Samstag, 5. April 2014, 09:43

Moin Moin !

Im Fzg-Bau werden grundsätzlich nur Schrauben mit einer Festigkeitsklasse von mindestens 8.8 verwendet ,es sei denn es werden Plastik,Holz oder ähnliche Werkstoffe verschraubt.
Schrauben ,die nicht mindestens 8.8 sind ,haben in der Kramkiste nichts verloren ,wenn man an Fzgen schraubt !Daher schmeisse ich solche grundsätzlich in die Schrottonne ,es gibt minderwertige Schrauben oft dazu ,wenn man sich z.B. Einschlaghülsen oder solche Dinge kauft ,die für Holz , Zaunbau o.ä. gedacht sind. Hatte letztes Jahr z.B. einen Anhänger ,den sich der Besitzer neu aufgebaut hatte ,neue Bodenplatte ,Seitenwände usw. , leider hatte er auch die Zugdeichsel mit 4.6er Schrauben neu "befestigt".

Die Anzugsmomente aus der Tabelle kann man eigentlich immer verwenden ,wenn man metallische Werkstoffe verschraubt und sonst keine Angaben hat. Man muss sich nur darüber im Klaren sein ,dass ein Anzug über das Drehmoment immer eine recht ungenaue Angelegenheit ist und eigentlich eine Notlösung darstellt . Korrekterweise wäre ein Anzug nach Längendehnung der Schraube vorzunehmen, nur ist das messtechnisch ungleich schwerer zu realisieren oder unmöglich , z.B. in Sackgewinden.
Die Anzugsmomente werden durch die Reibung unter dem Schraubenkopf und im Gewinde stark beeinflusst . Die Momente gelten für saubere ( !!! ) Gewinde und leicht eingeölte Schrauben. Das erkennt man auch ,wenn man sich die Reibbeiwerte für die verschiedenen Zustände ansieht. So ist die Spanne des Reibbeiwertes für ungeölte Schrauben schon im Neuzustand sehr gross , d.h. , man weiss praktisch gar nicht ,wie fest die Verbindung nun wirklich ist.
Bei den leicht eingeölten ist die Spanne am kleinsten und liegt um den für die angegebenen Momente .
verwendet man Spezialschmierstoffe ,sieht man wieder eine gewaltige Spanne bei dem Reibbeiwert , d.h. der Anzug wird wieder sehr ungenau , auch scheint es Schmierstoffe zu geben ,die die Reibung soweit herabsetzen ,dass die Schraube beim Anzug nach Drehmoment überdehnt wird.

Grundsätzlich gilt bei Verschraubungen von Metallen: Die Verbindung wird dadurch erreicht und gegen Lockern gesichert, dass die Schraube 2 Oberflächen gegeneinander presst und die Schraube praktisch wie eine Feder wirkt, die die Bauteile miteinander verspannt. Auch die Bauteile verhalten sich im Idealfall wie eine Feder ! Daher habe solche "Hilfsmittel" wie Unterlegscheiben, Federringe und dergleichen nichts in einer solchen Verbindung zu suchen ,sie schaden nur ! Ausnahme : Bei Leichtmetallverschraubungen können Stahlunterlegscheiben eine Beschädigung oder "Fliessen" des LMs verhindern . Daher sind z.B. LM-Köpfe in aller Regel mit Stahlunterlegscheiben unter den Kopfschrauben versehen. Federringe ,Zahnscheiben und dergleichen werden nur dort verwendet ,wo das zu verschraubende Material weicher als die Schraube ist und daher beim Anzug auf das max. Drehmoment der Schraube schon längst zerquetscht wäre , also Holz ,Kunststoffe u.ä. In diesem Fall soll das Federelement die Vorspannung sicherstellen. Ab der Festigkeitsklasse 8.8 sind jedoch die möglichen Anzugsmomente der Schrauben so hoch ,dass alle diese Federelemente zerquetscht werden würden , daher sind sie bei reinen Stahlverbindungen ,die mit 8.8er Schrauben und dem max. Drehmoment angezogen werden sollen , schädlich !

MfG Volker

Wohnort: Buchholz / Aller

Fahrzeug: ich hatte mal einen 508 D

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5

Samstag, 5. April 2014, 09:55

Nachtrag !

Das die Herstellerangaben teilweise falsch sind und sogar Falsch ! hochoffiziell abgesegnet sein können ,dafür habe ich hier ein schönes Beispiel. So ist in einer alten Bauartgenehmigung für die AHK und der dazugehörigen Anbauanweisung für eine Heckflosse (die ABG stammt also noch aus den 60ern des letzten Jahrhunderts) die Verschraubung an der Karosse mit Federringen vorgesehen , obwohl die Schrauben teils 8.8. ,teils sogar 10.9 als Festigkeitsklasse haben. Damit nicht genug , in der AHK sind sogar Langlöcher als Schraubenlöcher vorhanden. Jeder Federring würde also beim Anzug sich mit dem Ende in das Langloch drehen und schon alleine dadurch wirkungslos. Hier ist also gleich ein doppelter Fehler eingebaut worden und dieser wurde auch bei der Erteilung der ABG übersehen.

MfG Volker

6

Sonntag, 6. April 2014, 00:14

Vielen Dank ersteinmal für die ausführlichen Antworten.

Wenn ich das jetzt mal für mich übersetze heißt das, ich richte mich nach den 8.8er Werten, da die Genauigkeit mit dem Drehmomentschlüssel eh schwierig ist, oder? Ich frage aber erstmal bei MB nach.