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  • »olaf.t« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Essen

Beruf: Industrie-Designer

Fahrzeug: Arnold RM35L auf 307D

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1

Mittwoch, 7. Oktober 2015, 13:19

Truma Boiler B10 1. Serie - Platinenherstellung

Hallo,

Die originalen Platinen machen anscheinend immer wieder Probleme. Oder liege ich falsch?
Neue oder generalüberholte Platinen kosten ab 200 €, wenn überhaupt verfügbar.
Ich trage mich mit dem Gedanken eine Platine selbst zu fertigen. Professionelle Hilfe habe ich durch einen Bekannten. Macht natürlich nur bei einer kleinen Serie Sinn.

Besteht Interesse an einer neu entwickelten Platine für 70 - 100 €?

Viele Grüße
Olaf

Wohnort: Mainleus

Fahrzeug: DB L406DG Baujahr 1969

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2

Mittwoch, 7. Oktober 2015, 16:37

Hallo Olaf,

bei meinem Truma B10 Bj 1982 war die Platine vor ca. 20 Jahren auch schon mal defekt. Gabs damals noch bei Truma im Austausch, seitdem funzt das Ding allerdings störungsfrei. Was ich geändert habe habe, ist der Austausch der Einweg-Thermosicherung durch eine solche, welche sich selbstständig bei Abkühlung wieder zurückstellt.

Für den genannten Preis hätte ich Interesse an einer Platine, um Sie für den Fall eines Defekts greifbar zu haben.

Gruß Horst

Wohnort: Schöffengrund

Beruf: KD-Techniker

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3

Mittwoch, 7. Oktober 2015, 19:02

Sorry, aber woher beziehst Du denn diese seltsamen Informationen?


1) machen die Platinen nicht die mindesten Probleme, denn jede Platine wird irgenwann mal alt und daher auch irgendwann mal wegen eines Defektes ausfallen. Wenn solch eine Platine nach 20-30 Jahren mal ausfällt, ist das also völlig normal, Dein Fernseher hält vermutlich nichtmal so lange ......

2) Neue Platinen gibts garnicht, das ist also blanker Unsinn, da die Baureihe 1 bereits 1991 eingestellt wurde und überholte kosten aktuell 80,- Euro im Austausch inclusiv Gewährleistung und Sie sind jederzeit verfügbar, was auch nicht teurer, als Deine illegale Eigenentwicklung ist.

3) wäre eine Eigenbauplatine selbstverständlich absolut illegal, da die Geräte damit selbstverständlich sofort Ihre Zulassung verlieren und in diesem Zusammenhang kannst Du Dir gleich mal überlegen, wer denn die Haftung übernimmt, wenn Du solch einen illegalen Eigenbau auch noch Deinen Mitmenschen zum Kauf anbietest und ein solches Gerät tatsächlich einen Unfall auslöst? Sollte ein solcher Fall eintreten, bräuchten Du und vermutlich vor allem der Betreiber dieses Gerätes Euch bei aktueller Gesetzeslage dann sehr lange keine Gedanken mehr zu machen, WO Ihr Eure Freizeit verbringt .... 8_)

Ich bezweifele weiterhin, das Du tatsächlich in der Lage wärst, eine Platine mit exact den gleichen Steuerungsmechanismen und Sicherheitsabfragen zu konstruieren, da die Originalplatinen Bauteile enthalten, die exclusiv für diese Platine hergestellt wurden und über welche ihr garantiert nicht verfügt.
Ihr wisst vermutlich nichtmal, was die Platinen alles abfragen, geschweige denn, wie die Flammerkennung funktioniert, denn die detektiert mehr als nur an und aus, sondern reagiert auch auf unzulässige CO-Werte in den Abgasen und dieses Meßsystem ist ziemlich komplex.

Ich bezweifele dabei nicht, das ihr irgendeine Einfachsteuerung konstruieren könntet, die das Gerät zum laufen bringt, aber ich bezweifele, das die Sicherheitstechnik der Geräte dabei in vollem Umfang funktionieren würde und solche Bastelei wird bei einem Gasgerät leider schnell lebensgefährlich.
Auch Truma musste sich letztlich bei der Konstruktion der Platine an strenge Vorgaben des KBA halten, damit die Geräte überhaupt eine Zulassung bekamen.Aus eben diesem Grunde versteht der Gesetzgeber hier auch absolut keinen Spaß, denn wer hier bastelt, gefährdet letztlich nicht nur sich selbst, sondern auch völlig unbeteiligte Personen und daher sind die Strafen für Zuwiederhandlungen in diesem Falle zu Recht ziemlich drastisch...

Mein guter Rat - LASS ES! Es rentiert sich sowieso nicht.
Signatur von »Freak2« Gruß Jürgen

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Freak2« (7. Oktober 2015, 19:20)


Wohnort: Schöffengrund

Beruf: KD-Techniker

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4

Mittwoch, 7. Oktober 2015, 19:40

Kleiner Nachtrag:
Platinen sind in der Regel dann anfällig, wenn man sie immer nur auf Bauteilebene repariert und nur den aktuell anstehenden Fehler behebt, statt die Platinen gleich anständig zu überholen. 8-)
Dann kommen nämlich alle alternden Bauteile schön nacheinander und man hat "viel Freude" damit 8_).
Signatur von »Freak2« Gruß Jürgen

  • »olaf.t« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Essen

Beruf: Industrie-Designer

Fahrzeug: Arnold RM35L auf 307D

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5

Mittwoch, 7. Oktober 2015, 22:28

@ Horst
Aufpassen, mit deiner gewechselten Sicherung stehst du mit einem Bein im Knast. :-O

@ Jürgen
Wenn ich genau in mich hineinhorche, habe ich eigentlich mit nichts anderem als einem erhobenem Zeigefinger gerechnet.

Schön, dass
- mein Fernseher vermutlich nicht mal so lange hält
- die Platinen jederzeit verfügbar sind - aber leider nur im AUSTAUSCH
- du bezweifelst, dass ich tatsächlich in der Lage wäre ...
- du bezweifelst, dass die Sicherheitstechnik der Geräte dabei in vollem Umfang funktionieren würde
- die Originalplatinen Bauteile enthalten, die exklusiv für diese Platine hergestellt wurden (?)
- es sich sowieso nicht rentiert

Danke für deine konstruktive Kritik.

So, und jetzt spielen wir Schiffe versenken, ok?!
Bitte die EXKLUSIVEN Bauteile benennen :-O :-O :-O



Edit: Profil von Jürgen besucht
Alles klar, Jürgen. DU bist trumareparatur. Hätte ich mir gleich denken können.
Bin trotzdem aufs Schiffeversenken gespannt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »olaf.t« (7. Oktober 2015, 22:38)


Wohnort: Schöffengrund

Beruf: KD-Techniker

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6

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 00:45

Übertrager A3
Hergestellt bei der Fa . XXXXXXXX (hättest du wohl gern? :-| ) exclusiv für Truma.

Hab ich mir aber schon gedacht, das Du vermutlich unbelehrbar bist.
Ist sicher eine rentabele Sache.....
Jedenfalls hab ich Deine Aussagen von wegen Verfügbarkeit und teuer schonmal wiederlegt.
Viel Spaß beim basteln.


PS: Wieso eigentlich NUR im Austausch?
Reicht das nicht? Willst Du nun gleich noch den ganzen Boiler neu konstruieren und neu auflegen? :O
Bei einem Defekt sollte ein Austausch ganz sicher ausreichen, denn in der Regel hat man ja ein Tauschobjekt und so häufig, das man eine in Ersatz dabei haben sollte, gehen die nun wirklich nicht kaputt.
Übrigen liegst Du schon wieder falsch, es gibt sie nicht nur im Austausch, wir haben soviele davon, das wir bei Bedarf auch einzelne abgeben - z.B. wenn die alte nicht gerettet werden kann. Kostet dann aber eben mehr als 80 Euro und ist auch nur im Einzelfall möglich, da auch wir die Platinen ja nicht einfach so nachbestellen können.
Die Platinen tauchen regelmäßig bei Ebay auf und werden dort meist für um die 50,- Euro versteigert.
Wer also unbedingt eine Ersatzplatine braucht, brauch nur dort mitzubieten und schon hat er eine Originalplatine. :L
Signatur von »Freak2« Gruß Jürgen

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Freak2« (8. Oktober 2015, 01:14)


Wohnort: Schöffengrund

Beruf: KD-Techniker

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7

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 01:18

http://www.ebay.de/itm/Truma-Elektronik-…=item4aee74ac35


Erfolgreiches Gebot 26,06 Euro und dabei noch voll funktionsfähig ! Bei solch "überzogenen Preisen" lohnt eine Eigenkonstruktion natürlich absolut.....
Signatur von »Freak2« Gruß Jürgen

Wohnort: Kerpen

Beruf: Betriebswirt

Fahrzeug: MB508 BJ1985

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8

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 06:12

Hallo Olaf,

auch wenn Du es nicht hören möchtest - wie Dir schon von Freak2 geschrieben wurde, verlierst Du mit der Änderung / Neubau einer Steuerplatine die Betriebserlaubnis für solche Geräte (der Staat erteilt diese - nichts anderes als eine Betriebserlaubnis wie auch für ein Fahrzeug).
Das betrifft natürlich nicht den Austausch einer Sicherung, bzw. bei einer Reparatur einen Austausch baugleicher Komponenten.

Die Folgen können für Dich gravierend sein (grobe Fahrlässigkeit, Verlust Versicherungsschutz, Gefahr für Leib und Leben...)

=> hat er schon recht damit zu sagen, daß es in keinem Verhältnis steht. Laß es besser.

Viele Grüße

Lohbie

Wohnort: Apen im Ammerland

Beruf: Mobiler Gasprüfservice

Fahrzeug: MB 613D,450sl,525e,250T

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9

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 08:45

Schuster bleibe bei deinen Leisten !

  • »olaf.t« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Essen

Beruf: Industrie-Designer

Fahrzeug: Arnold RM35L auf 307D

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10

Donnerstag, 8. Oktober 2015, 22:18

Hallo Jürgen, Lohbie und Carsten,

danke für eure Hinweise und Zweifel. ;-)

Ich bin übrigens weit davon entfernt, unbelehrbar zu sein. Ich stelle hier im Forum doch keine Fragen, um die Antworten dann zu ignorieren.
Allerdings finde ich es besser, Antworten zu erhalten, statt belehrt zu werden.
Aussagen wie "Lass es!" können einen doch wirklich nicht überzeugen, oder? Und ob es sich rentiert, ist doch völlig subjektiv.

Und natürlich möchte ich es hören! Deshalb frage ich doch!

Viele Grüße
Olaf
#prost

Wohnort: Apen im Ammerland

Beruf: Mobiler Gasprüfservice

Fahrzeug: MB 613D,450sl,525e,250T

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11

Montag, 12. Oktober 2015, 01:01

Hi Olaf - Passt schon !
Die Grundidee ist ja auch Ok - nur leider recht schwer umzusetzen in Bezug auf die rechtlichen Aspekte.
Ich mache auch nur meine Installationen oder Abnahmen - kleinere Reparaturen an der "Hardware" u.s.w.
Wenn es jedoch an die Elektrotechnik geht, lasse ich den Fachmann ran.
Gruß
Carsten

Wohnort: Frankfurt a. M.

Beruf: IT und Elektrotechniker

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12

Montag, 12. Oktober 2015, 12:29

Ein Austausch einer Steuerplatine gegen ein baugleiches Modul stellt meiner Meinung und Erfahrung nach kein Verlust der Betriebserlaunis (Und schon gar keinen Rechtsverstoß!!) dar, solange gewährleistet ist, das die Steuerfunktionen, so man denn bei diesem unglaublich einfachen Platinchen überhaupt groß von Steuerung reden kann, äquivalent ausgeführt werden.
Der Nachbau einer Platine als reverse engineering stellt vermutlich kein Problem dar, weder in rechtlicher Hinsicht im Bezug auf TÜV und Zulassung, noch im Sinne des Markenrechts des ursprünglichen Herstellers, solange die Austauschmodule nicht mit "Original Truma Steuerplatine für Modell XY", sondern mit "Austauschmodul Baugleicher Ersatz für Truma XY" oder ähnlich angeboten werden. Im Privaten und zum Selbstkostenpreis, wie es hier angeboten wird, ists sowieso ne ganz andere Sache, da hat das keinen zu interessieren was ich wie nachbaue, so lange ich damit keinen Profit erwirtschafte.

Zum Thema "Überholen ist immer besser als austauschen" - In Betriebswirtschaftlicher Hinsicht stimmt das natürlich, vor allem wenn der der das sagt ein entsprechendes Unternehmen führt...
Wenn ich mir allerdings diese alten Platinen ansehe, dann sollte jedem Menschen mit elektrotechnischer Vorbildung klar sein, das da einiges im Argen sein kann. Angefangen beim Platinenmaterial selbst - Wenn ich mich auf dieser Trumareparatur Seite umsehe, erkenne ich einige Hartpapier basierte Platinen (FR2/FR3). Eher unschön. Warum sollte klar sein wenn man sich die Daten zu den Teilen anschaut - Geringe Kriechstromfestigkeit, geringer Isolationswiderstand, Geringe mechanische Stabilität, höhere Anfälligkeit für Temperaturschwankungen, generell schlechtere Temperaturstabilität. Erscheint mir jetzt irgendwie so, als wäre das für eine Baugruppe, die in einem vibrierenden Fahrzeug verbaut ist und in einem Gehäuse mit Komponenten, welche sehr warm werden sollen eingesetzt wird, eher eine ungünstige Materialwahl. Da würde ich eine neue FR4 basierte Baugruppe definitiv der überholten FR2 oder FR3 Platine vorziehen.
Dann die Kondensatoren, welche nach den ganzen Jahren sicherlich Ihren ESR stark erhöht haben dürfen, was durch Erwärmung natürlich noch stark beschleunigt wird. Das temperaturunempfindliche Kondensatoren damals noch nicht die Regel waren (Und die Frako Dinger sind es definitiv nicht) ist glaube ich jedem klar. Heute könnte man eine Platine mit hochwertigen (z.B. Panasonic FR Serie) 105°C Kondensatoren bestücken.
Dann gibt es da noch die Relais, die über die Jahre sicher nicht geringen Kontaktabbrand zeigen dürften, die ganzen Kohlemassewiderstände die ebenfalls nicht gerade unerheblich altern können, von der Lackisolation der induktiven Bauelemente muss ich ja jetzt nicht anfangen - das die sich mit den Jahren durch die stetige Vibration und das damit bestehende aneinander reiben der einzelnen Drähte stetig verringert und irgendwann abbröselt sollte jedem mit etwas Erfahrung im Elektrobereich aus täglicher Praxis klar sein.

Apropos induktive Bauelemente - Der "ganz spezielle Übertrager bei A/B 3/4.... Auslöten, Ausmessen. Kern vermessen, äquivalenten Kern bestimmen (sofern das wirklich was ganz spezielles sein sollte, wovon ich absolut nicht ausgehe da das sehr nach einem Standard Doppel E Kern aussieht, evtl als EF5 oder ER Kern ausgeführt...), Abwickeln, Wicklungen zählen + Wicklungsrichtung notieren, Dicke und Position der Isolierlagen messen, Drahtstärke vermessen, neuen Wickelkörper entsprechend bewickeln, neuen Übertrager ausmessen und vergleichen, einmal kurz ne Isolationsprüfung und fertig. Ein Tag Arbeit, dann hat man sein äquivalentes Austauschteil und kann entsprechende Teile produzieren/lassen, und das sogar in besserer Qualität, da die Isolationslacke und Folien in den letzten 20 Jahren auch deutlich an Qualität zugenommen haben.


In wie weit mein Wissen jetzt auch nur Halbwissen sein könnte, darf sich jeder selbst ein Bild von machen - Ich habe zumindest in einem Elektrotechnik Betrieb gelernt, bei dem der Meister VDS-Zertifizierter Sachverständiger ist.

Meine Meinung: Wenn ich so ein Truma Teil haben würde, und nicht selbst eigene Platinen fertigen lassen könnte, würde ich zu der neuen Nachbau Baugruppe zu diesem definitiv fairen Preis greifen. Ich würde vermuten das das gerade mal der Selbstkostenpreis + Versand sein dürfte, denn die Zeit, eine Platine in Handarbeit zu bestücken sowie die Entwicklungsarbeit fürs Reverse Engineering ist bei DEM Preis definitiv nicht mit eingerechnet worden.

Andererseits würde ich, sollte ich auf Originalität stehen und/oder der Gedanke, eine ganze Baugruppe nur wegen einem defekten Bauteil wegzuwerfen würde mir im Sinne meiner ausgeprägten Affinität zum Umweltschutz, den ich mit meinem uralt Transporter definitiv sehr unterstütze, wehtun, zur Austausch-Reparatur (Warum kein Vorabversand, ggf. mit Pfand? Wie soll jemand ohne Heizung in seinem Wohnmobil im Winter anständig leben?) greifen.

Nur so als "kleiner" Einwurf am Rande...
Signatur von »Ysjoelfir« Grüße
Kai

Mein Bastelstübchen

Wohnort: Kerpen

Beruf: Betriebswirt

Fahrzeug: MB508 BJ1985

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13

Montag, 12. Oktober 2015, 13:25

Hallo Ysjoelfir,

Reparatur und Austausch gegen Baugleich dürfte eh kein Problem sein.

Natürlich darfst Du im privaten Umfeld viele Dinge, die ein Gewerblicher nicht darf. Doch auch der private Bastler hat seine Grenzen. Es gibt gesetzliche Regelungen - die betreffen auch Flüssiggas betriebene Geräte.

Veränderst Du die Steuerung, oder baust Du selber eine Steuerung erlischt automatisch das CE-Certifikat => die Betriebserlaubnis in Wohnwagen / Wohnmobilen.
Natürlich zieht Dich keiner aus dem Verkehr - nur bekommst Du dafür keine Gasprüfung mehr, verbunden mit allen Folgen, wenn beim Weiterbetrieb etwas "schief" läuft.

Hier mal ein Auszug:


Allgemeines zu den Gasgeräten:
Alle Geräte müssen für 30 mBar Gasdruck vorgesehen sein.
Alle Gasgeräte müssen für den Betrieb in Straßenfahrzeugen geeignet und
zugelassen sein. D. h., das Gerät muss CE oder DVGW-Zertifiziert sein, oder
90/396/EWG entsprechen.
Ab 1.10.02 muss es ggf. 72/245/EWG entsprechen (EMVU).
Alle Gasgeräte müssen für Deutschland und für den Betrieb mit Propan und Butan
zugelassen sein. Die Typenschilder müssen vorhanden und lesbar sein. Auch bei
gebrauchten Geräten.
Alle Geräte müssen über eine Flammüberwachung (Zündsicherung) verfügen.


Alle Geräte müssen entsprechend den Herstellerangaben eingebaut und betrieben
werden. Dies Betrifft insbesondere:
 Den vorgesehenen Verwendungszweck (z. B. für Fahrzeuge oder nicht für
Fahrzeuge).
 Die Vorgaben zum Einbau.
 Die Vorgaben zur Abgasführung.
 Weitere Betriebshinweise etc.

Quelle:Wissenswertes über
Flüssiggasanlagen in Wohnmobilen
http://reisemobilist.de/dow/Wissenswerte…Wohnmobilen.pdf


Grüße

Lohbie

Wohnort: Frankfurt a. M.

Beruf: IT und Elektrotechniker

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14

Montag, 12. Oktober 2015, 13:58

Das ist mir klar, trotzdem danke für deine umfangreiche Information!
Ich bezog mich ja auch ausschließlich auf den 1:1 Nachbau der Platine. Quasi ein "Plagiat". CE Zertifizierungen werden ja auf das gesamte Gerät gemacht, nicht auf jede einzelne Baugruppe (mit Ausnahmen, ich weiß. :) ). Wenn ich also einen identischen Nachbau einer Steuereinheit einsetze, würde das jeder ernsthaft durchgeführten TECHNISCHEN Prüfung standhalten. Ich rede hier von einer technisch versierten fachlichen Prüfung, nicht von jemandem, der sich hin setzt und überall Siegel und Logos und dergleichen sucht und bei ner kleinen Farbabweichung eines Bauteils sofort in Panik ausbricht.

Es müsste ja, rein von der Logik der hundert prozentigen Originalität her, nach jeder Reparatur mit einem generischen elektronischen Bauelement das nicht vom Hersteller persönlich eingebaut wurde eine neue Zertifizierung des gesamten Gerätes durchgeführt werden. Muss es aber nicht, da jeder weiß, das das absoluter Blödsinn ist. Stände es aber im Gesetzestext, wäre das sicher wieder ganz anders...
Wenn man das ganze jetzt mal von diesem Standpunkt betrachtet: Ob ich jetzt hingehe, und jedes einzelne Bauteil auf der Platine im Laufe der Zeit repariere, oder direkt eine komplett neue identische einsetze.... Was genau ist da der Unterschied?

Wenn ich jetzt natürlich hin gehe und mir denke: "Jaa, ich ändere mal die Regelungskurve ein wenig und lass das ganze heißer werden weil mir immer der rechte Fußzeh abfriert", das geht natürlich nicht.

Sicherlich gibt es auch (meiner Meinung nach...) Korinthenkacker unter Denjenigen die über dergleichen entscheiden, aber die findet man überall, nicht nur beim TÜV oder ähnlichen Prüforganisationen. Vieles ist halt Auslegungssache und wird in unserem überregulierten Deutschland sowieso oftmals viel zu eng gesehen, da der Staat (und besagte Rosinenproduzenten) der Meinung ist, der mündige Bürger sei gar nicht so mündig wie er selber vielleicht meint und braucht einen großen Beschützer der ihn an die Hand nimmt und immer "Du du du" macht, bis der brave kleine Bürger gelernt hat, wie man sich wie ein Musterbürger verhält der zu allem ja und Amen sagt, ohne vielleicht mal die Sinnhaftigkeit gewisser Regelungen zu hinterfragen :)
Signatur von »Ysjoelfir« Grüße
Kai

Mein Bastelstübchen