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  • »Josch« ist der Autor dieses Themas

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Fahrzeug: LT 45 '83, XL 350 R '87

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Donnerstag, 11. April 2002, 13:25

Er war ein professioneller Analytiker. Keiner vor ihm hat so logisch und genau die ihn umgebende Welt zerpflückt. \"Er ist der erste, der wie ein Professor schreibt\", meint Bertrand Russel in seiner Philosophie des Abendlandes.

\"Wir müssen uns ansehen, was Schlaf Tode zum Kaltstar, dessen Worte und Wachen sind. Ob sie zur Seele oder dem Körper gehören, und wenn zu beidem, zu welchem Teil der Seele und des Körpers. Ferner, aus welchem Grund sie den Lebewesen zu eigen sind, und ob alle Lebewesen schlafen und wachen oder einige nur das eine und andere nur das andere oder einige keines von beidem und einige beides. Weiterhin müssen wir untersuchen, was ein Traum ist ... - und so weiter und so weiter.

\"Seine Untersuchungen sind systematisch, seine Diskussionen sind in einzelne Probleme aufgeteilt, er ist ein professioneller Lehrer, kein inspirierter Philosoph. [...] Er ist der Beste, was das Detail und die Kritik betrifft. Er versagt aber bei der großen Konstruktion, weil ihm die grundsätzliche Klarheit und das titanische Feuer fehlt\", urteilt Russel.

Einer der wichtigsten Schüler des akribischen Lehrers ist ein 13jähriger verzogener Bengel. Als dieser 16 Jahre alt ist, übernimmt er vertretungsweise den Job des Vaters und arbeitet zeitweise als König; später nimmt er sogar den Beinamen \"der Große\" an. Seinem Lehrer geht diese selbstherrliche Politik bald auf die Nerven. Als der junge König dann gar in den Krieg zieht, wird es dem ehemaligen Lehrer endgültig zu viel: Er macht sich aus dem Staube und gründet eine eigene Schule. Neu sind in dieser Einrichtung unter anderem die \"schattigen Baumgänge zum Lust wandeln.\"

Dass wir heute recht gut über den Philosophen und sein Leben Bescheid wissen liegt daran, dass er die Wissenschaft nachdrücklich geprägt hat, und zwar mit seiner Methode, akribisch genau zu klassifizieren und analysieren. So wird er nach seinem Jahrhunderte lang auf die Goldwaage gelegt werden. Georg Christoph Lichtenberg schreibt: \"Jetzt setzen sich unsere besten Köpfe hin auszumachen was er gelehrt hat, und der Streit zwischen Geist und Geist wird ein erbärmliches Gezänk zwischen Philosophie und Grammatik.\"

Dieser erbärmliche Streit hat auch sein Gutes, denn so sind uns heute immerhin etwa 30 Bücher überliefert. Dabei hat er offenbar kaum ein Thema ausgelassen: Der Schlaf ist ihm ebenso wichtig wie die Staatslehre, die Länge des Lebens, Zoologie, Ästhetik, Meteorologie, Chemie - und nicht zuletzt auch Physik.

Ihr widmet er allein acht Bücher, in denen er stets von der Beobachtung ausgeht (seiner Meinung nach der einzige Weg zur Physik). Seine Probleme aber hat er mit der Mathematik. Seiner Meinung nach ist die etwas ganz Eigenes und nur in Ge danken existent. Die Welt mit Mitteln der Mathematik erklären zu können - das hält er für ausgeschlossen.

Wer waren der Lehrer und dessen \"großer\" Schüler?
Signatur von »Josch« "Kann man etwas nicht verstehen, dann urteile man lieber gar nicht, als dass man verurteile." Rudolf Steiner

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2

Donnerstag, 11. April 2002, 16:29

Aristoteles (384 - 322 v. u. Z.)
Der griechische Philosoph, Logiker und Naturforscher Aristoteles wurde im makedonischen Stagira geboren. Daher wird Aristoteles auch der Stagirite genannt.
Aristoteles ging 367 nach Athen, um an Platons Akademie zu studieren.

In den 20 Jahren, die er dort blieb, entwickelte er eigene philosophische Auffassungen, die von denen des Lehrmeisters immer weiter abwichen. Obwohl Platon Aristoteles mit großer Achtung begegnete, überließ er 347 die Leitung der Akademie seinem Neffen Speusippos.

Aufgrund beträchtlicher Differenzen mit Speusippos über das richtige Philosophieverständnis verließ Aristoteles die Akademie und ließ sich in Assos und später in Mytilene nieder.

342 rief Philipp von Makedonien Aristoteles an seinen Hof, damit dieser die Erziehung des Sohnes Alexander, des späteren Alexander des Großen, übernimmt.

Acht Jahre lang war Aristoteles in Makedonien tätig. Als Alexander den Thron bestiegen hatte, kehrte Aristoteles nach Athen zurück und gründete dort 335 seine eigene Schule, das Lykeion.

Aristoteles hielt Vorlesungen, betrieb Forschungen auf diversen Gebieten und arbeitete an zahlreichen Manuskripten über Themen der Naturwissenschaft, Psychologie, Metaphysik, Ethik, Dichtkunst und Rhetorik.

Nach Alexanders Tod im Jahre 323 erhoben sich die Athener gegen die makedonische Herrschaft. Aristoteles war in Gefahr, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt zu werden. Aristoteles floh nach Chalkis auf Euböa. Dort starb er einige Monate später im Alter von 62 Jahren.

Von starkem Interesse für die heutige Logik sind die Ansichten des Aristoteles zur Logik.

Wissenschaft im weitesten Sinn wird von Aristoteles in theoretische und praktische eingeteilt. Theoretische Wissenschaften untersuchen \"das, was nicht anders sein kann\", und fragen schlicht nach der Wahrheit. Sie zerfallen in drei Disziplinen mit je eigenem Thema: Die Physik studiert Gegenstände mit selbständiger Existenz und der Tendenz zur Veränderung. Die Mathematik studiert das, was unveränderlich, aber ohne selbständige Existenz ist. Die Erste Philosophie (griech. prote philosophia, von Aristoteles\' Nachfolgern Metaphysik genannt) handelt vom selbständig Existierenden, das zugleich unveränderlich ist.

Die praktischen Wissenschaften beschäftigen sich mit dem, \"was anders sein kann\". Sie zielen letztlich darauf ab, Anleitungen zum Handeln zu geben. Ihre wichtigsten Gebiete sind Ethik und Politik.

Sein Werk Über die Seele beschäftigt sich mit den allgemeinen Grundzügen des Lebens ebenso wie mit der Frage der Sterblichkeit bzw. Unsterblichkeit der Vernunft.

Bei dem mit Physik betitelten Werk handelt es sich um eine überwiegend naturphilosophische Abhandlung, die die Begriffe Werden, Veränderung, Ort, Zeit, Raum, Endlichkeit, Unendlichkeit u. a. m. erläutert.

Aristoteles geht davon aus, daß eine Anzahl natürlicher Dinge existiert, die sich bewegen und über die man in der Alltagssprache reden kann. Der Philosophie soll an die Alltagssprache anknüpfen und einen Begriffsapparat entwickeln, um die Dinge und ihre Bewegungen angemessen beschreiben zu können; ebenso soll er die Voraussetzungen für die Möglichkeit einer solchen Bewegung untersuchen. Dagegen ist es nicht Aufgabe des Philosophie, die Existenz der Welt oder der Bewegung von abstrakten (göttlichen) Prinzipien aus zu erklären oder zu beweisen; denn die Existenz von Welt und Bewegung ist von vornherein als unproblematisch vorausgesetzt.

Bezeichnend für das später Metaphysik genannte Werk ist, daß es im Gegensatz zur Naturphilosophie der elementaren Periode nicht die Natur in ihrer Ganzheit zu erklären sucht; statt dessen will es eine Theorie der veränderlichen Einzeldinge entwickeln.

Vom alltäglichen Sprechen ausgehend, nimmt Aristoteles an, daß jedes Werden etwas Zugrundeliegendes voraussetzt (griech. hypokeimenon; lat. substratum), etwas, das im Lauf des Prozesses eine bestimmte Gestalt annimmt (griech. morphe).

Von hier aus gelangt A. zur Unterscheidung zwischen Stoff (griech. hyle; lat. materia) und Form (griech. eidos; lat. forma).

Form und Stoff können als zwei Aspekte eines Dings voneinander unterschieden, aber nicht voneinander getrennt werden. Die Form ist nämlich immer das Innewohnende. Eine Form existiert nur als die Form dieses oder jenes Einzeldings.

An diesem Punkt steht Aristoteles im Widerspruch zu Platon, sofern er die Annahme einer selbständig existierenden - transzendenten im Gegensatz zur immanenten - Form (eidos) leugnet. Es gibt eine Ausnahme, einen Fall, in dem eine Form existiert, ohne zugleich Stoff zu sein. Diese Form ohne Stoff ist Gott.

Wenn von einem konkreten Einzelding die Rede ist, wird der Begriff Stoff nur in relativem Sinn benutzt.

Die Prozeßhaftigkeit wird in der Unterscheidung zwischen Möglichkeit (griech. dynamis; lat. potentia) und Verwirklichung (griech. energeia; lat. actus) vertieft, eine Unterscheidung, die mit der zwischen Stoff und Form eng zusammengehört.

Für die Erklärung eines konkreten Prozesses reicht es nicht aus, auf eine Ursache hinzuweisen, die bewirkt hat, daß der Prozeß in Gang kam. Neben der Wirkursache muß der Stoff berücksichtigt werden, der es ermöglicht hat, daß die Form einen bestimmten Zweck erreichen konnte. Insgesamt sind vier Ursachen zu berücksichtigen: die Wirkursache, die Stoffursache die Formursache und die Zweckursache.

Der entscheidende Unterschied zwischen der Psyche des Menschen und der aller anderen lebenden Wesen besteht in der Fähigkeit des Menschen, vernünftig zu denken. Der Mensch ist das vernünftige Tier, behauptet Aristoteles und diese Bestimmung öffnet auch den Zugang zur Ethik, der Wissenschaft von dem, was anders sein kann.

  • »Josch« ist der Autor dieses Themas

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3

Donnerstag, 11. April 2002, 16:39

*clap, clap, clap* Sehr gut und vollkommen korrekt!
Signatur von »Josch« "Kann man etwas nicht verstehen, dann urteile man lieber gar nicht, als dass man verurteile." Rudolf Steiner