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Freitag, 12. April 2002, 18:22

\"Junge, laß die Finger von der Politik. Bleib\' bei deiner Wissenschaft!\" Wie es wirklich geklungen hat, als der Vater auf dem Totenbett seinem Sohn diesen Rat gab, wissen wir nicht. Vielleicht muß die Geschichte sogar gänzlich ins Reich der Legende verwiesen werden.

Sicher ist, daß der Sohn - der gesuchte Physiker -tatsächlich sein Leben der Wissenschaft widmete. Er forschte unermüdlich, sein ganzes Leben lang. Selbst in seiner Freizeit, in der er meistens in den Bergen wanderte und fotografierte, sollen ihm immer die neuesten Ergebnisse aus den Labors zugeschickt worden sein.

Allerdings scheint ihm die Leidenschaft seines Vaters für Politik und Reformen nicht ganz fern gelegen zu haben: Während der wissenschaftlichen Arbeit organisierte der Physiker Kongresse, leitete ein unter seiner Ägide gegründetes physikalisches Institut und institutionalisierte nebenbei in Ungarn die Geophysik. Er gründete eine nach ihm benannte Schule zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, und war sogar 1894 sieben Monate lang Minister für Religion und Erziehung. Die gleiche Position hatte sein Vater einige Jahre davor besetzt.

Wie viele Adelige seiner Zeit hatte der junge Physiker nach einer Privatlehrerausbildung zunächst ein Jurastudium absolviert. Danach erhielt er die väterliche Zustimmung, im Ausland auch seine naturwissenschaftlichen Studien zu beenden, die er ohnehin schon neben der Juristerei verfolgt hatte. Dazu ging der Gesuchte nach Heidelberg, wo er Physik, Mathematik und Chemie studierte. Nur kurz wurde er dieser Universität untreu: Für sechs Monate ging er an die Universität von Königsberg. Dort waren ihm die Vorlesungen jedoch \"zu abstrakt\".

Zurück in Heidelberg, plante der Abenteuerlustige, an einer Expedition nach Spitzbergen teilzunehmen, gab den Plan jedoch auf Wunsch des Vaters wieder auf. Nach dem Examen kehrte er in seine Heimat zurück. Im selben Jahr starb sein Vater, sein \"bester und wahrster Freund\".

Der junge Physiker begann an der Universität seiner Geburtsstadt zunächst theoretische Physik zu lehren, später kam noch Experimentalphysik hinzu. Sein ganzes künftiges Leben beschäftigte ihn vor allem die Erforschung der Gravitationskraft. Dafür verwendete er unter anderem eine Weiterentwicklung der Drehwaage von Henry Cavendish.

Bei der Vermessung des Balaton-Sees erkannte er die geologische Bedeutung seiner Ergebnisse: Abweichungen der gemessenen Gravitationskraft deuteten auf geologische Verwerfungen hin. Dieser Effekt wurde in den folgenden Jahren zum Beispiel erfolgreich bei der Suche nach Ölfeldern angewandt.

Einen Platz in den meisten Physiklehrbüchern hat sich der Wissenschaftler mit der recht genauen Messung der Gravitationskonstanten erobert. Er maß dazu die Abweichung der Frequenzen bei einem Pendel, das einmal parallel und einmal senkrecht zu zwei Bleiplatten schwingt: Beim senkrechten Schwingen machte sich die zusätzliche Anziehungskraft zwischen Bleiplatten und Pendelmasse bemerkbar. Außerdem beschäftigte er sich bereits sehr früh mit der Proportionalität von schwerer und träger Masse. Nicht nur diese Arbeit wurde mit einem Preis ausgezeichnet: Das gesamte Leben hindurch wurde der Physiker mit Ehrungen, Orden und Auszeichnungen überschüttet. Dennoch blieb er seinen Biografen zufolge \"immer bescheiden und zurückhaltend\".

Es gibt mehrere physikalische Phänomene, die seinen Namen tragen. Am bekanntesten ist wohl ein Effekt, der auftritt, wenn sich Körper von West nach Ost oder von Ost nach West bewegen: Im ersten Fall scheint die auf sie wirkende Gravitationskraft ein wenig geringer zu sein als im zweiten Fall. Dem Physiker war aufgefallen, daß O. Hecker, ein Kollege aus Potsdam, bei Gravitationsmessungen auf fahrenden Schiffen gar nicht bedacht hatte, wie sich die Bewegung der Schiffe auswirken könnte. Ein Versuch auf fahrenden Schiffen im schwarzen Meer zeigte dann, daß der Effekt tatsächlich meßbar ist. Im Jahr 1915 gelang es dem Gesuchten, mit einem einfachen und eleganten Experiment - im Wesentlichen einer rotierenden Waage - das Phänomen nochmals nachzuweisen. Damit schuf er zugleich eine Versuchsanordnung, die ebenso wie das Foucaultsche Pendel die Erdrotation beweist.

Nicht nur in der Physik lebt sein Name fort: Im Jahr 1902 wurde eine Bergspitze in den Dolomiten nach ihm benannt.

Wanderdüne

unregistriert

2

Freitag, 12. April 2002, 19:29

Otto der Schwerelose?

3

Freitag, 12. April 2002, 19:40

Nein!

Wanderdüne

unregistriert

4

Freitag, 12. April 2002, 19:45

Weiß ich, aber mehr weiß ich auch nicht.

5

Samstag, 13. April 2002, 00:37

Ein Baron war der Herr Bergsteiger und Physiker.

flieger

unregistriert

6

Samstag, 13. April 2002, 01:47

baron lorànd von eötvös
geb.: 27.07.1848
gest.: 08.04.1919

7

Samstag, 13. April 2002, 02:26

Exakt, flieger.