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  • »emsi« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Raesfeld

Beruf: Betriebshelfer

Fahrzeug: Fendt Wohnwagen

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1

Montag, 21. Mai 2007, 15:52

Ich heiße Karl-Heinz,
lassen Sie mich erklären, wie ich die Situation bei uns zu Hause geregelt
habe. Nachdem ich letztes Jahr meinen Job bei Schunck aufgeben durfte und
mit einer stattlichen Summe in Frührente geschickt wurde, musste meine Frau
auch noch mal ran. Zusätzlich zu ihrem 400 Euro Job als Putze bei der
Pension gegenüber, arbeitet sie jetzt noch ganztags bei Penny an der Kasse
und im Lager.

Das hat den Vorteil, dass wir uns die Zusatzversicherungen für mich auf
jeden Fall leisten können. Dinge wie Chefarzt, Einzelzimmer, Zahnersatz und
so weiter...
Allerdings musste ich nach ein paar Wochen Frührente feststellen, dass das
Alter meiner Frau nicht sehr gnädig ist. Ich komme so gegen sechs Uhr abends

vom Tennisclub oder seit kurzem auch mal vom Golfplatz heim. Um diese Zeit
ist sie dann auch gerade zuhause.
Obwohl sie weiß wie hungrig ich bin, sagt sie mir dann, sie müsse sich erst
mal eine halbe Stunde ausruhen. Der Weg vom Bahnhof dauert zu Fuß so um die
30 Minuten, wenn man zügig geht etwa 25 Minuten. Das sollte doch zur
Erholung genügen.

Egal. Ich rege mich ja gar nicht auf. Ich lege mich also inzwischen auf die
Couch und sage ihr sie soll mich wecken, wenn das Abendessen auf dem Tisch
steht. Da ich entweder im Golf- oder im Tennisclub zu Mittag esse, können
wir es uns nicht leisten auch noch am Abend zum Essen zu gehen.

Außerdem geht nichts über deftige Hausmannskost in den eigenen vier Wänden,
oder? Früher war es nun so, dass sie das Geschirr gleich nach dem Essen in
die Küche brachte und alles aufräumte. Heutzutage dauert das Ganze ein
bisschen länger. Ich erinnere sie immer wieder höflich dran, dass die Teller

nicht von alleine in die Küche und den Geschirrspüler wandern und manchmal
wirkt das sogar und sie schafft alles weg, bevor sie ins Bett geht. Ein
weiteres Symptom dass sie älter wird ist das ewige Genörgel.

Auf einmal jammert sie rum, dass sie es nicht mehr schafft sich auch noch um

die Zahlungen und die Haushaltskasse zu kümmern. Dabei hat sie jeden Tag 25
Minuten Mittagspause! Aber Jungs, ich sage nur: In guten wie in schlechten
Zeiten! Also lächle ich und spreche ihr Mut zu. Sie muss ja nicht alles an
einem Tag machen. Dann dauert es halt mal 2 oder 3 Tage, bis die Finanzen
wieder in Ordnung sind. Dann passieren auch keine Fehler.
Ich habe sie auch daran erinnert, dass man ruhig mal ein Mittagessen
ausfallen lassen kann, das würde ihr auch nicht schaden. Ich glaube kaum,
dass man ihre beginnende Fettleibigkeit taktvoller hätte ansprechen können.

Aber selbst bei den einfachsten Arbeiten lässt sie inzwischen nach. Zum
Beispiel, wenn sie unser Haus putzt. Früher als die Kinder noch da waren und
mithalfen, hat sie das an einem Samstagvormittag locker geschafft, jetzt
dauert es oft bis zur Sportschau. An den Wochenenden bin ich meistens zu
Hause und wenn ich dann von der Couch aus sehe, wie sie sich abquält sage
ich ihr schon mal, dass sie ein Päuschen vertragen könnte und sich einen
Kaffee machen soll und mir auch gleich einen bringen kann. Ich weiß, dass
viele meiner Freunde beim Tennis und Golf mich für einen Heiligen halten,
weil ich meine Frau so unterstütze.

Ich sage nicht, dass es leicht ist! Manche Männer können so etwas überhaupt
nicht und sind richtige Machos. Und keiner weiß besser als ich, wie
frustrierend Frauen im Alter werden können. Ich kann meinen Leidensgenossen
nur zurufen: etwas mehr Takt und weniger Kritik gegenüber ihren Frauen
auszuüben.

Ich habe diesen Brief geschrieben, weil ich glaube, dass wir auf dieser Welt

sind um uns gegenseitig zu helfen und ich hoffe damit einigen anderen die
Augen geöffnet zu haben.

Euer Karl-Heinz

____________________________

Anm. d. Red:Karl-Heinz starb plötzlich und unerwartet. Laut dem
Polizeibericht war die Todesursache ein Golfschläger, der bis zum Griff in
seinem After steckte.
Seine Frau wurde von der weiblichen Jury vom Mordverdacht frei gesprochen.
Ihre Anwältin hatte argumentiert, dass Hans sich versehentlich auf den
Golfschläger gesetzt haben muss.

Wohnort: Berlin - Wedding

Beruf: Schraubär

Fahrzeug: Hymercamp 55, auf Peugeot J5 Sauger

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2

Montag, 21. Mai 2007, 19:15

...armer Karl-Heinz, sein Leben war so schön.....kurz :-O
Signatur von »Bobby« Gruß Helmut
-----------------------------
- Busfreakswerkstatt Bärlin -

- Wir gehen mit dieser Welt um,
- als hätten wir eine zweite im Kofferraum
- Jane Fonda

Wohnort: Dannigkow

Fahrzeug: O 309 D (2,4 D)

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3

Montag, 9. Juli 2007, 21:30

Hallöle,

jetzt erst entdeckt - aber haben beide (min Fru un ick) herzhaft gelacht.

Soviel Takt und Rücksichtnahme findet man selten, also ehrlich!

Grüße dann auch...