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  • »coccolino« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Köln

Fahrzeug: 508D

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1

Sonntag, 22. April 2018, 16:35

Material gesucht

Hallöchen,

wie auf dem Foto zu sehen (siehe Link unten) kämpfe ich schon seit Jahren mit einem Problem(chen):
das Dach meines Wohnmobils besteht aus einer Vorder- und einer Hinterhälfte. An der Naht zwischen den beiden versuche ich schon seit Jahren mit unterschiedlichem Material diesen Bereich zuzuspachteln, zuzukleben zu übermalen etc. Das Problem: über den Winter (Witterung, Temperaturschwankungen) entstehen hier immer wieder diese hässlichen Risse. Was ich schon probiert habe: Autospachtel und das letzte Mal Glasfasermatten.

Nun also meine Frage: wer kennt denn ein Material, was einen ca. 10 mm tiefen und 15 mm breiten Spalt ausfüllt, aber elastisch genug ist, Temperaturschwankungen und Vibrationen Stand zu halten. Das Material muss nicht abdichten (das Dach ist dicht), sondern nur optisch herhalten und überstreichbar sein.

Über Anregungen wäre ich sehr dankbar.

Grüße Coccolino

https://abload.de/img/img_9579n1soa.jpg

Wohnort: Koblenz

Beruf: Rehatechniker

Fahrzeug: Hymer 720, Bj. 1977 auf MB 508

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2

Sonntag, 22. April 2018, 17:02

Hallo Coccolino.

Darf man annehmen, daß es sich um ein Gfk Dach handelt ?

Wenn dem so ist, dann bist Du mit Glasfasermatten schon beim richtigen Material. Wichtig ist eine korrekte Verarbeitung !!

Der Untergrund muss richtig angeschliffen werden. Mit 40 er Körnung ! Allles Altmaterial kommt weg. Also alte Spachtelschichten.

Das angeschliffene Gfk von Schleifstaub reinigen, z.B. mit Druckluft. Danach mit Aceton entfetten. Nur mit Aceton ! Keine Verdünnung !

Auf den so vorbereiteten Untergrung trägst Du ein Produkt der Firma Vosschemie auf. Es nennt sich G4. Offiziell ein Holzschutz. Eignet sich aber hervorragend als Haftvermittler für Gfk Laminate auf Polyesterharzbasis. Bei Epoxydharz musst Du das G4 länger trocknen lassen und wieder anschleifen. Dein Dach wird sicherlich mit Polyesterharz laminiert sein.

Tip. Wenn Du es schick und schön haben willst, dann schleifst Du an von dem Riss ausgehend 5 cm nach links und rechts ca 2 mm tief ins Material rein. dann legst Du nachdem die Stelle wie oben geschrieben vorbereitet wurde, die erste Schicht Harz mit Matte draud und entlüftest sorgfältig mit Pinsel oder/und Entlüfterröllchen. Danach die 2. Schicht. Somit erhälst Du ein ca. 2 mm starkes Laminat. Nur soviel Harz mit einem Lämmfellröllchen auftragen wie nötig !

Wenn das Laminat durchgetrocknet ist nach mindestens 24 Stunden, dann kannst Du es schleifen. Je länger Du wartest, desto mehr Zeit hat das Harz zum Ausgasen der Lösemittel. Dies hat Vorteile beim Nachfolgenden Spachteln /dünn) der Stelle. Auch hier dann einen Polyesterspachtel benutzen.

Nun kannst Du noch einen Spritzspachtel oder Dickschichtfüller draufmachen, und nach dem Nassschleifen mit 400 er Körnung ist alles fertig zum Lackieren mit 2 K Lack.

P.S. Wenn Du sie Glasfasermatten an den Kanten von Hand ein wenig ausfranst, wird der Übergang zum restlichen Dach feiner und lässt sich besser beiarbeiten/schleifen

Grüße

Mario

Wohnort: Kalbe/Milde

Fahrzeug: Simson SR50, L406DG "Tante Emma"

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3

Sonntag, 22. April 2018, 17:21

Ich würde auch GFK-Matten nehmen. Wie Mario schreibt, ist die Vorbehandlung des Untergrunds wichtig. Und:
- Gewebe, keine gepressten Fasermatten
- Sehr,sehr sparsam mit dem Harz sein. Zuerst mit dem Pinsel dünn auftragen, dann die Matte mit dem harzfeuchten Pinsel auftupfen, nicht streichen. Es darf kein Harz sichtbar auf der Matte sein!
- nimm mehrere Schichten dünne Matte statt einer dicken. Verarbeitung feucht in feucht mit wechselnder Faserrichtung. Die Schichten wie flache "u" übereinander legen. Ich würde die Kanten nach oben/außen stehen lassen. Wenn du nicht zu feucht arbeitest, können sie grob mit einem Messer abgeschnitten werden.
- Nicht unter 20°C arbeiten (!)
- Lieber drei als zwei Tage warten, bevor du schneidest, verschleifst und etwas darauf machst.
Signatur von »Schwabe« Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht.
(Karl Valentin)

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Wohnort: Bergkamen

Fahrzeug: L508D Bus L409 DoKa

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4

Sonntag, 22. April 2018, 18:18

Hi,

also Abdichten sollte die Reparatur schon, wenn Feuchtigkeit eindringt hebt es Dir im Winter jegliches Material wieder an.

Als Alternative zur Glasfasermatte würde ich MS-Polymer vorschlagen. Auch wenn es ein so großer Spalt ist. Habe selbst gute Erfahrungen damit gemacht. Es bleibt elastisch und ist überstreichbar. Allerdings läßt es sich nicht so gut und sauber verarbeiten wie Silikon mit Spüli. Hier braucht man reichlich Spiritus zum glattstreichen. Es gehen immer nur weinige cm mit einem "Spiritusfinger". Untergrund muß sehr sauber sein ohne Staub etc. und zur Aushärtung braucht es Feuchtigkeit /feuchte Luft.
Signatur von »Halunke« Halunkengrüße

Jörg

So sieht er z.Zt. aus.

  • »coccolino« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Köln

Fahrzeug: 508D

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5

Sonntag, 22. April 2018, 18:56

Hallo Mario, hallo Schwabe,

vielen herzlichen Dank für eure sehr ausführlichen Anleitungen, welche ich hoffentlich bald in die Tat umsetzen werde.

Bei eurem Wissen seid ihr doch heimliche Profis, oder?

Viele Grüße aus Köln
Coccolino

  • »coccolino« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Köln

Fahrzeug: 508D

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6

Sonntag, 22. April 2018, 19:03

Vielen Dank auch für deinen Tipp, Jörg

Wohnort: Biblis

Fahrzeug: MB 508

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7

Sonntag, 22. April 2018, 19:55

Hallo, ich würde einen dünen Alustreifen mit MS Polymer drauf kleben. So kann es weiter arbeiten an den beiden Klebestellen.
Gruß Klaus #winke3

Wohnort: Koblenz

Beruf: Rehatechniker

Fahrzeug: Hymer 720, Bj. 1977 auf MB 508

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8

Montag, 23. April 2018, 17:12

Hallo Coccolino.

Die von Holzwurm und Halunke vorgeschlagene Lösung ist auch möglich. Wäre quasi die abgespeckte Version, wenn es einfach nur dicht sein soll und auf die Optik weniger Wert gelegt wird.
Voraussetzung dafür ist auch, daß alle vorhandenen Spachtelschichten vorher entfernt wurden.
Nehmen wir einfach mal an, daß Du einen Spalt von 15 mm Breite abzudichten hast. Nehmen wir an, daß Dein Dach ungefähr 4-5 mm dick ist. Das wäre dann die Fläche links und rechts auf der der Kleber/Dichtmasse halten soll. Meiner Erfahrung nach wird das so nicht halten. Deshalb auch die Sache mit dem Blechstreifen obendrüber. Nehmen wir also weiter an, daß Dein Spalt ca. 10-15 mm breit ist. Nehmen wir weiter an, daß der Rand des Spaltes beidseits aus Gfk bzw Dach besteht und nicht aus alter Spachtelmasse und irgendwelchen semiprofessionell aufgetragenen Glasfasermatten.
Dann nimmst Du die Breite des Spaltes und gibst noch 80mm dazu. Bedeutet: Du brauchst einen 1,5 mm dicken Alublechstreifen, in der Länge des Spaltes der abzudecken ist. Am besten gibst Du dann noch 30-40 mm an jedem Ende dazu um dann auch das Ende des Spaltes großzügig zu überdecken.
Eine Seite des Bleches schleifst Du mit 40 er Schleifpapier an. Nicht feiner ! Diese grobe Körnung vergrößert die Oberfläche des Bleches und sorgt dafür, daß es zusammen mit dem richtigen Kleber auch dort bleibt wo es hingehört.
Die komplette Fläche die vom Blech auf dem Dach bedeckt werden soll wird auch mit 40 er Körnung angeschliffen. Und mit anschleifen meine ich: Anschleifen bis keine glänzende Stelle mehr zu sehen ist. Alles muß richtig rauh sein.
Nun werden alle Klebeflächen zuerst mit Druckluft von Staub befreit und dann mit Aceton entfettet. Gute Handschuhe benutzen. Ambesten mit Gummi auf der Handfläche. Gibts im Baumarkt. Sind meistens weiß mit gelbem Gummi. Die Flächen müssen ordentlich/feucht, fast naß abgerieben werden.

Den Karosseriekleber...

( gibt es z.B von der Firma Sika heißt dann Sikaflex 252 wenn Du ein universell einsetzbares Produkt suchst, welches gut klebt und gut abdichtet. Gibt auch Sikaflex 221 welches mehr zum Abdichten von Nähten/Falzen an Karosserien geeignet ist.)

...auf die Fläche des Bleches auftragen und fixieren !
Und wie ????
Ganz einfach mit einem laaaaaaaaaaangen Spanngurt (evtl. brauchst Du einen zweiten zum Verlängern ) den Du einmal um das komplette Auto legst. Über das Dach, an den Seitenwänden runter, unter dem Auto durch und auf der anderen Seite wieder hoch und zusammenführen. Dann langsam spannen und darauf achten, daß Du an der Fahrzeugunterseite keine Sachen einklemmst. Irgendwelche Leitungen, Kabel oder sonstiges.
Langsam die Spannung erhöhen und beobachten ob das Blech nun überall anliegt.
Tip:
Überall wo der Spanngurt an der Karosserie anliegt, kannst Du bei Bedarf z.B Pappe oder etwas weiches wie eine Decke oder Styroporstreifen unter den Spanngurt legen, um keine Kratzer zu verursachen.
Wenn es noch an einigen Stellen nicht richtig anliegt, kannst Du auch dort kleine flache Holzstücke oder Wellpappestreifen zwischen Spanngurt und Blechstreifen unterlegen. Damit erhöhst Du an den Stellen den Druck.
Als Ersttäter benutz lieber zu viel Kleber als zu wenig. Es muß überall Kleber rauskommen an den Kanten.
Eine Kleberaupe von 8mm Breite und 8 mm Höhe sollte rundherum auf der Klebefläche ausreichen.
Die Klebeschichtstärke darf gerne 1-2 mm betragen. Mehr wenn möglich vermeiden.
Und mach Dich nicht verrückt das Zeug im klebrigen Zustand irgendwie wegwischen zu wollen. Warte einen Tag und dann kannst Du mit einem Teppichmesser am Blechrand entlangschneiden und die Kleberwurst einfach abziehen.
Nun kannst Du Dir überlegen, ob Du es noch streichst oder nicht. Alublech wird nicht so schnell wegoxidieren. Und wenn Du es lackieren willst, dann nur wenn Du zuerst eine 2K Epoxidharz Grundierung aufgetragen hast.

Alle Hinweise zur Verarbeitung des Klebers gelten auch für MS-Polymerkleber. Schleifen,Reinigen, entfetten usw.

Viel Spaß und denk dran, alle alte Spachtelmasse muß vorher runter.

Grüße
Mario

Wohnort: Berlin

Beruf: Klempner

Fahrzeug: lp 709

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9

Dienstag, 24. April 2018, 23:30

Wenn die fuge so stark arbeitet würde ich kein Blech sondern Silikonfugenband oder Polysulfidfugenband drüber kleben.

  • »coccolino« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Köln

Fahrzeug: 508D

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10

Mittwoch, 25. April 2018, 15:48

Hallo zusammen,

ich tendiere zu der Variante: MS Polymer als Kleber/Dichtmittel in der Fuge und einem Fugenband darauf. Wie gesagt: das Dach an sich ist dicht, auch wenn ich die alten Spachtelreste entferne. Die Fuge aber darunter zwischen dem vorderen und hinteren Dachteil ist unschön, und soll verdeckt werden. Soll heissen: Fuge mit irgendwas zuschmieren, was arbeiten kann, und zur Optik darüber ein Fugenband, was man über lackieren kann mit 2 K Lack.

Silikon kann man meines Wissens nicht überstreichen, Polysulfidfugenband nur mit bestimmten Lacken (habe ich so jedenfalls bei meiner Google Suche gelesen).
Bitte korrigiert mich, wenn ich mich irre.

Ich Suche wenn die beiden Varianten oben nicht lackierbar sind ansonsten irgend ein Fugenband, welches evtl. selbstklebend, und elastisch ist, auf jeden Fall aber mit 2 K Lack lackiert werden kann.

Mann Mann, was macht diese kleine Scheisserin von Fuge doch für ne Welle. :=-

Wohnort: Ratingen

Beruf: Industriefotograf

Fahrzeug: MB LP 813 RMB Arnold 540 paar Mopeds Ford Focus

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11

Mittwoch, 25. April 2018, 16:08

Der Fuge maskulin.

Genau wie der Gerät.

Und ja Silikon kann man nicht lackieren.

Und Meck hat das toll erklärt.

Viel Erfolg

Wohnort: Koblenz

Beruf: Rehatechniker

Fahrzeug: Hymer 720, Bj. 1977 auf MB 508

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12

Mittwoch, 25. April 2018, 16:47

Hallo Coccolino.

Du wirst Das schon machen. Und wenn es nicht klappt mit den Bändern, dann machst Du es eben nochmal.

Noch eine Info. Karosseriekleber bzw. MS Polymer ist dauerelastisch. Das bedeutet, wenn Du ein Blech mit solch einem Kleber klebst, bleibt die Möglichkeit der Bewegung in der Fuge erhalten.

Aber mal eine andere Frage: Wie war die Fuge denn ursprünglich geschlossen ? Und was ist unter der Fuge ? Also ist Dort die Innenverkleidung zu sehen oder ist dort GFK zu sehen ? Wenn Du GFK sehen kannst, solltest Du prüfen ob der vordere Teil Deines Daches mit dem hinteren Teil überlappend verklebt ist und diese Verklebung auch intakt ist. Sonst bringt die ganze Arbeit die Du Dir machst nichts.

Also vielleicht erstmal prüfen warum hier Risse entstehen. Nur wegen altem Material welches wegen unsachgemäßer Verarbeitung in der Fuge nicht hält oder weil die Beiden Dachhälften nicht mehr richtig verklebt sind.

Fotos von der von Spachtelresten und sonstigem Kram gereinigten Fuge sind an dieser Stelle sehr hilfreich.

Grüße
Mario

Wohnort: Kalbe/Milde

Fahrzeug: Simson SR50, L406DG "Tante Emma"

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13

Mittwoch, 25. April 2018, 17:57

Also vielleicht erstmal prüfen warum hier Risse entstehen
Ich frage mich auch schon die ganze Zeit, ob und wie die zwei Dachhälften "gegeneinander" arbeiten können (?) Das wäre ... besch...eiden und wahrscheinlich auch nicht ganz dicht 8(

Andererseits sieht das Bild ganz oben für mich irgendwie so aus, dass sich das ganze Spachtelzeugs abgelöst hat, weil es anders arbeitet als das Dachmaterial - und nicht wirklich darauf klebt.
Signatur von »Schwabe« Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht.
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14

Mittwoch, 25. April 2018, 19:23

Hallo Schwabe.

Das denke ich auch. Deshalb mein Tip den ganzen Spachtel und Altkram runterschleifen und schauen was übrig bleibt.
Ich denke, daß eine der Dachhälften nach unten/innen abgesetzt laminiert wurde. Darauf wurde die andere Dachhälfte geschoben und dann im bsten Fall von unten laminiert um eine feste Verbindung zu erhalten. Oder es wurde nur mit Karosseriekleber verklebt. Somit wird es an der Naht bzw. in der Fuge immer arbeiten und dann wäre auch die von mir schon beschriebene Lösung mit dem Laminieren von außen nicht nötig. Aber auch nur wenn die Klebeverbindung (wenn vorhanden) noch intakt ist. Dann würde es reichen die Fuge mit z.B Sikaflex 221 zu füllen, sauber abzuziehen und zu lackieren.

Grüße
Mario

  • »coccolino« ist der Autor dieses Themas

Wohnort: Köln

Fahrzeug: 508D

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15

Mittwoch, 16. Mai 2018, 20:28

Lagebericht

So, wollte mal einen Lagebericht abgeben:

ich habe es endlich zeitlich geschafft, mich den ominösen Rissen zu widmen. Wie vorher schon vermutet wurde, ist die Fuge zwischen zwei untereinander geschobene Dachhälften. Die Risse sind aber wohl eher nicht durch arbeitendes/sich verschiebendes Material entstanden, sondern durch unsachgemäße (sagt man das so?) Verarbeitung (meinerseits). Risse gab es nämlich auch über dem L-förmigen Riss. Ich habe also den ganzen ollen Gammel runtergemacht, bzw. aus der Fuge heraus gekratzt. Zum Glück ist jeweils unter dem L-Riss noch eine weitere Schicht, so dass das Dach dicht war/ist. Danach habe ich mit UHU 47820 Poly Max Express (da lt. Beschreibung u.a. dauerelastisch) die Fuge abgedichtet, und das lose Stück vom L-Riss angeklebt und oberflächlich abgedichtet. Wenn alles gehärtet ist, werde ich die umliegenden Flächen noch lackieren.

Ich könnte mir vorstellen, dass ich zumindest bei der großen Fuge nun Ruhe habe. Wo ich meine Bedenken habe, und euren Rat benötige ist bei dem L-Riss: gibt es da nicht eine Folie oder so, mit der ich den kompletten Bereich abkleben kann? Um einerseits den Riss dauerhaft abzudichten, andererseits zum überdecken, weil ich es optisch einfach nicht schön finde.

So hier zum besseren Verständnis Fotos:


Grüße Coccolino

Wohnort: Koblenz

Beruf: Rehatechniker

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16

Freitag, 18. Mai 2018, 20:32

Hallo Coccolino,

Das mit der abgedichteten Fuge sieht gut aus. Ich kennne zwar Dein verwendetes Dichtmittel nicht, aber wenn es überlackierbar ist, dann mach noch ein bisschen davon auf die Nieten die man noch sehen kann, Den Bereich von der Fuge bis ca 10 cm davon weg würde ich noch ein bisschen feiner schleifen, Dann sieht es nach dem lackieren besser aus.

Den L förmigen Riss würde ich persönlich laminieren. Aber nur wenn keine Dichtmasse darunter ist. Wenn die Dichtmasse hält, ist das aber auch kein Problem. Mach Lack drauf und immer wieder beobachten wie sich die Stelle verhält. Mit Sicherheit wird es wieder Risse geben, aber man kann nicht vorhersagen wann. Evtl. in 2 Monaten oder erst in 2 Jahren.

Ich bin immer der Fan von 1x richtig und dann für lange Zeit Ruhe haben. Ein Gfk Dach mit durchbrochenen Rissen drin sollte dann auch wieder laminiert werden. Wenn die Optik wieder original sein soll, bzw. ein halbwegs glatter Lack der nicht nach 6 Monaten wieder abfällt Ziel des Zeitaufwandes sein soll, muß man die zeitaufwändige Schiene fahren und es richtig machen ohne wichtige Schritte auszulassen. Eine Grundierung wäre zb. vorher ganz sinnvoll um kleine Poren im GFK zu schließen.

Die schnelle Lösung für Risse wenn es einfach nur dicht sein soll ohne auf die Optik zu achten ist Alu-Butylband. Tut was es tun soll, wenn die Optik egal ist.

Grüße

Mario

Wohnort: Kalbe/Milde

Fahrzeug: Simson SR50, L406DG "Tante Emma"

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17

Freitag, 18. Mai 2018, 21:21

Die große Fuge scheint die übliche Überlappung zwischen zwei Bauteilen zu sein. Das wird wohl immer und ewig "arbeiten". Noch etwas glätten, dann passt die Reparatur :-)

Der L-Riss sieht für mich nach einer Ablösung der obersten Schicht = Fertigungsfehler aus. Entfernen, reinigen und je nach Schichtdicke entweder laminieren oder die abgelöste Schicht richtig (!) wieder aufkleben und die ganze Fläche wie üblich glätten.

Noch eine Erfahrung zu Zeugs wie MS-Polymer und so:
Ich habe viele, viele Meter Kanten "Alu genietet auf Alu" an Tante Emma damit nach über 40 Jahren wieder abgedichtet. Mit Latexhandschuhen und selbstproduzierter ;-) Spucke (dünnflüssiges Spüli geht auch) konnte ich alles wunderschön in die Spalte drücken und lackierfertig glattstreichen.
Signatur von »Schwabe« Wo alle dasselbe denken, wird nicht viel gedacht.
(Karl Valentin)

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18

Samstag, 19. Mai 2018, 11:31

@Schwabe: zum MS Polymer: "Trocken" in die Ritze drücken und abstreifen/abziehen. Glätten mit Spiritus. Man kommt zwar immer nur langsam vorran mit dem Spiritus, sieht aber super aus.
Signatur von »Halunke« Halunkengrüße

Jörg

So sieht er z.Zt. aus.

Wohnort: Wolfsburg

Fahrzeug: MB 711 Vario 88 / 670 P

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19

Sonntag, 20. Mai 2018, 07:58

Moin,dieses GFK zu reparieren,ist eigentlich ähnlich,wie ein Schaden an einem surf board zu beheben . Hier bei dem" link" wird gezeigt,wie kleine Macken,oder grosse Brüche in GFK ,Carbon, Holz,...repariert werden .Man kann es einfach machen,so das die Stelle Dicht ,aber sichtbar bleibt,oder so,das du diese Stelle nicht mehr sehen wirst. Hier eine kleine Anleitung,die nicht nur für surf boards ist ,schön in Bildern gezeigt.

https://boardlady.com/materials.htm


https://boardlady.com/wipeout.htm


Ich würde den Riss,nicht einfach nur zu kleben.Entweder neu mit Glasfaser auf bauen ,also nicht nur den Riss,sonder die Fläche ,neben dem Spalt ,in 10 -15 cm breite etwas ruter schleifen,dann erst grobe Glasfaser mit vermischten Epoxyd mit Härter auf tupfen,dann feine Glasfaser auf tupfen. Aushärten lassen. Wenn du willst noch mit Epoxyd spachteln. So entsteht eine grosse Fläche,die später mehr Verwindungskräfte aufnehmen kann,und nicht einfach ein reisst.

Oder den Riss mit einem 10 cm breiten Alublech,oder einer dünnen GFK Schicht abdecken . Auf jeder Seite neben den Riss,den Lack,oder das GFK je 5 cm anschleifen,mit Silkonentferner entfetten. Einen Streifen von 10 cm breite parallel abkleben ,entfetten,dann ein 10 cm breites Alublech,oder GFK Schicht ,was angeschliffen und entfettet ist mit Polymer auf kleben und die Ränder glatt ziehen,dann die Klebestreifen entfernen. Aushärten lassen.

https://boardlady.com/5868.htm
Signatur von »Sittinggun« Kapitalismus ist Sachen kaufen, die man nicht braucht - mit Geld das man nicht hat, um Leute zu beeindrucken, die man nicht leiden kann. :)


Volker Pispers

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Sittinggun« (20. Mai 2018, 08:42)


Wohnort: Bad Salzdetfurth

Fahrzeug: Rosti ein 711D Fensterbus

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20

Sonntag, 20. Mai 2018, 09:59

Moinsen,

hab das Thema gerade nur überflogen. Was ganz wichtig ist, ist am Ende der Risse ein Loch zu Bohren! so nimmst du dort die Spannung aus dem Material und es reisst nicht weiter!

Gruß

Jens